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Impfpflicht in Italien?

Impfen in Italien

Wer in Italien lebt, hat in den letzten Monaten verstärkte Nachrichtenberichterstattung über „Epidemien“ wie Hirnhautentzündung und Masern im Fernsehen wahrgenommen (die Zahlen an sich waren im Vergleich zum Vorjahr alles andere als alarmierend, aber trotzem fast täglich Teil der Nachrichtensendungen). Ärzten, die sich dem Impfen gegenüber kritisch äußerten, wurde mit Berufsverbot gedroht. Nun beschloss die italienische Regierung, dass bereits ab dem neuen Schuljahr, das am 1. September 2017 beginnt, ALLGEMEINE IMPFPFLICHT bestehen soll.

Wer bei Einschreibung in Krippe und Kindergarten nicht alle 12 Pflichtimpfungen, darunter Masern, Hirnhautentzündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken vorweisen kann, erhält keinen Kindergartenplatz. Für schulpflichtige Kinder ab sechs Jahren, die nicht geimpft sind, müssen Bußgelder bis 7500 Euro bezahlt werden.

Der Gesetzesentwurf muss erst ratifiziert werden, was 60 Tage dauert. Danach könnte es Ernst werden für Impfgegner, -Skeptiker und ihre Kinder.

Momentan wird von Anwälten diverser Vereinigungen geplant, juristisch gegen das Gesetz vorzugehen, das als verfassungswidrig eingestuft wird. Die Proteste sollen bis an den europäischen Gerichtshof gerichtet werden.

Impfgegner in Italien sehen in großen Teilen kein Problem im Impfen an sich, sondern in der Methode, wie in Italien geimpft wird. Dies auch von ärtztlicher Seite aus: Über 100 italienische Ärzte haben jüngst erklärt, dass sie die Art, wie in Italien Impfungen vorgeschrieben werden, kritisch betrachten, da sie im Laufe der Jahrzehnte feststellen mussten, dass immer mehr geimpfte Kinder gesundheitlich angeschlagener zu sein scheinen, als ungeimpfte Altersgenossen (Quelle). Die Problematik sind oft sehr früh durchgeführte Mehrfach-Impfungen.

Sicher warten Impfskeptiker erst einmal ab, ob das Gesetz überhaupt so durchkommt wie geplant und wenn, ob die praktische Durchführung wirklich so funktioniert, wie vorgesehen. Letztlich ist auch die Frage, ob man mit dem Vorgehen Kinder von Hardliner-Impfgegnern nicht eventuell sogar gesellschaftlich isoliert, da diese ja einfach von der Schule genommen werden können und zuhause unterrichtet werden.

Über kim (59 Artikel)
Kim ist 2006 ausgewandert und hat „hier und da“ in Italien gewohnt. "Angekommen" ist sie nun im Oltrepò Pavese. Sie arbeitet für eine Agentur im Bereich E-Mail und Online Marketing.

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