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Namensrecht in Italien

Wenn in Italien ein Kind geboren wird und der Name des Vaters dem Krankenhauspersonal bekannt ist, kommt sein Nachname auf die Geburts-Bestätigung, mit der es dann ab zum Einwohnermeldeamt geht. Auch dort gilt nur eines: Der Nachname des Vaters. Auch wenn das Paar nicht verheiratet ist. Wenn eine Mutter ihren Namen gerne - ganz bescheiden - an ihr Kind weitergeben möchte, gibt es eine Möglichkeit: den Doppelnamen. Das heisst, nun, man darf im nächsten Bezirksgericht einen Antrag stellen. Ein Richter dort entscheidet dann, ob er den Doppelnamen genehmigt.

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Diese Praxis gefiel einem Mailänder Ehepaar gar nicht – die wollten dem neuen Ankömmling unbedingt den Nachnamen der Mutter geben und haben sich durch die Instanzen geklagt. Bis „Europa“ Italien, wegen Diskriminierung, abgemahnt hat. Das war letzte Woche.

In derselben Woche (!!!) wird in Italien ganz fix beschlossen, dass der Missstand umgehend behoben wird. Kaum ein Politiker außer dem Innenminister hat sich groß dazu geäussert (ok. die Mussolini-Enkelin hat sich den Fall auf die Fahnen geschrieben und freut sich, dass diese Diskriminierung nun endlich ein Ende hat). In den Nachrichten werden nicht viele Einzelheiten bekannt, außer dass beschlossen wurde, dass die Kinder die nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes geboren werden, den Nachnamen der Mutter annehmen können, wenn der Vater nichts dagegen hat (!!!).

Nun fragen sich die Italiener: Was passiert, wenn Geschwister nun unterschiedliche Nachnamen haben? Und: Was ist, wenn das Paar sich nicht auf einen Namen einigen kann? Und (vor allem): Werden die Behörden es überhaupt schaffen, das Gesetz umzusetzen? Ich würde mich für die nächsten Jahre ja ersteinmal nicht darauf einstellen…

Über kim (62 Artikel)
Kim ist 2006 ausgewandert und hat „hier und da“ in Italien gewohnt. "Angekommen" ist sie nun im Oltrepò Pavese. Sie arbeitet für eine Agentur im Bereich E-Mail und Online Marketing.

4 Kommentare zu Namensrecht in Italien

  1. Danke! ICh telefonier mich mal durch.
    Schönen Tag an Alle!

  2. Also, wir haben das ja noch nicht konkret angepackt, aber hier schonmal meine Erfahrungen:
    1) Das nächste Konsulat fühlt sich nur zuständig für Dich und Dein Kind wenn Du keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hast. Die Dame mit der ich im Mailänder Konsulat telefoniert hatte hat mich sofort abblitzen lassen als sie mitgekriegt hatte, dass ich mich noch nicht abgemeldet hab in Deutschland und gesagt, ich soll zur Gemeindeverwaltung gehen, wo ich angemeldet bin.
    2) Die von meiner Gemeindeverwaltung haben gesagt: Komm vorbei mit dem Kind und einer Geburtsurkunde auf der die Namen beider Eltern stehen („Coppia Integrale“). Zeitpunkt ist egal. Kind ist sowieso Deutsche wenn Mutter deutsch. Dann wird der Knirps direkt auch dort angemeldet und gut ist. (Wie das dann sein wird wenn er Schulpflichtig ist und aber eigentlich im Ausland lebt, weiss ich nicht.)
    Hilft das weiter????
    Gruß aus dem Süden
    Claudi

  3. Also, ich meine es reicht zum nächsten Konsulat zu gehen mit der Geburtsurkunde.
    Ruf da mal an – Telefonnummern hier: http://www.konsulate.de
    Viel Glück!

  4. Hm … was muss ich eigentlich machen, wenn mein Kind in Italien geboren und angemeldet ist? Wie krieg ich das in Deutschland registriert?

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