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Soziale Leistungen und Hilfen in Italien

Das Thema Sozialleistungen in Italien ist sehr ambivalent. Zum einen gibt es irgendwie gar nichts an staatlichen Hilfen, wie man es in Deutschland gewohnt ist. Keine Sozialhilfe, kein Wohngeld, kein Kindergeld, nichts.
Dann wieder gibt es doch viele Einzel-Programme und Vergünstigungen vom Staat. Bonus Bebe, niedrigere Gebühren für Kinderkrippen bei Geringverdienern, Büchergeld für mittellose Schüler, die Liste ist eigentlich lang.

Und der Weg dahin leider auch oft, deshalb sind diese Leistungen auch nicht in aller Munde. Wer mal versucht hat, Mutterschutz als Selbständige zu beantragen (und korrekt zu versteuern) hat sicher keine Energie mehr, sich dem Kinderbonus zu widmen. Außerdem ändern sich die sozialen Aktionen, und damit die Inhalte und Antragstellung, mit jeder Legislatur in Italien – und derer gibt es viele.
Aber: Eine Freundin von mir hat mal Windelgeld ergattert, und eine andere niedrige Hort-Preise. Je nach Jahr, Behörde und Sachbearbeiter kann es also auch klappen.

Mutterschutz

Wer als Angestellte Schwanger wird, hat es mit der Beantragung des Mutterschutzes leichter, denn im Normalfall regelt der Arbeitgeber alles für die „Busta Paga“. Für Selbständige ist das Prozedere nichts für schwache Nerven. Hier steht, wie es geht: Mutterschutz beantragen (als Selbständige).

Kindergeld

Der assegno al nucleo familiare (dt. Kinderzuschlag) ist eine Art Kindergeld. Jedoch haben nur Eltern, die sich in einem Angestelltenverhältnis befinden bzw. Arbeitslosengeld beziehen, einen Anspruch auf dieses Geld. Somit ist es eine Aufstockung des Gehaltes und nicht mit dem Kindergeld in Deutschland zu vergleichen. Das deutsche Kindergeld ist mit dem bonus bebè des INPS vergleichbar.

Staatliche Unterstützung allgemein

Um in Italien ein Anrecht auf die günstigeren Tarife von öffentlichen Einrichtungen wie Kinderkrippe, Kindergarten, Schule, Universität oder aber auch z.B. Unterstützung im Pflegebereich zu erhalten, muss man jeweils einen ISEE (Indicatore della Situazione Economica Equivalente) vorlegen.

Von Kim Kruse

Kim ist 2006 ausgewandert und hat „hier und da“ in Italien gewohnt. Angekommen ist sie nun im Oltrepò Pavese. Sie arbeitet für eine Agentur im Bereich E-Mail und Online Marketing.

2 Antworten auf „Soziale Leistungen und Hilfen in Italien“

Hallo Frau Kruse, meine Eltern waren Gastarbeiter in Deutschland und sind seit langem wieder in Italien. Jetzt sind beide alt 90 Jahre , bisher haben sie sich selbst versorgt aber jetzt sind diese krank. Da wir in Deutschland leben und die italienische Sprache nur gebrochen sprechen kennen wir uns auch mit dem italienischen Recht nicht aus. Können Sie uns da weiter helfen ?
Mit freundlichen Grüßen

L.Carolla

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