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Arnold Esch – Die Via Salaria: Eine historische Wanderung vom Tiber bis auf die Höhen des Apennin | Rezension

Oder: Wie ein Detektiv eine antike Salzstraße erforscht.

Es gibt in Italien viele antike Salzstraßen, und eine davon hat sich der Professor für Mittelalterliche Geschichte hier vorgenommen. Mit professioneller Militärkarte und GPS sucht er den ursprünglichen Weg Handelnder und Reisender in der Region und findet eine Menge alte Steine und Indizien, die er zum Anlass nimmt, den Leser in die Geschichte(n) dazu eintauchen zu lassen.

Und es ist einfach spannend. Einerseits die Sprünge in die ferne, mittlere und nahe Vergangenheit mit allgemeinen Infos und Anekdoten – hier schlägt einfach das Herz eines Historikers. Andererseits muss ich gestehen, dass ich schon manchmal den Atem angehalten habe und gehofft, dass beim Spurensuchen in alten Olivenhainen oder Tavernen hinter kühn ignorierten Mauern nicht doch irgendwann ein Wachhund nach dem Bein schnappt, dass da unverdrossen antiken Pfaden folgt, wo heute wie damals ganz normal dem Tagesgeschäft nachgegangen wird.

Ich finde das Buch sehr gelungen. Hier das Schlußwort, das den Tenor des ganzen nochmal nachzeichnet:

Landschaft aus jeder Perspektive: im Nahblick jeden bearbeiteten Stein beachtend, im Fernblick schon den weiteren Verlauf der überwucherten Straßenspur im Geländerelief abschätzend; vorbei an Grabkammern, die zu bäuerlichen Abstellräumen geworden sind, und von Menschen, denen man an der Fahrstraße nicht begegnet wäre, mit Gespräch und Gemüse beschenkt. Das eben ist die Freude, der Geschichte in freier Landschaft nachzugehen.

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