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Assegno al nucleo familiare – der Kinderzuschlag in Italien

Der assegno al nucleo familiare (dt. Kinderzuschlag) ist eine Art Kindergeld. Jedoch haben nur Eltern, die sich in einem Angestelltenverhältnis befinden bzw. Arbeitslosengeld beziehen, einen Anspruch auf dieses Geld. Somit ist es eine Aufstockung des Gehaltes und nicht mit dem Kindergeld in Deutschland zu vergleichen. Das deutsche Kindergeld ist mit dem bonus bebè des INPS vergleichbar.

Arbeitnehmer/innen, die ein bestimmtes Jahreseinkommen nicht überschreiten und ein Kind unter 18 Jahren (bzw. volljähriges Kind mit Behinderung) haben, können einen Antrag auf den assegno al nucleo familare (kurz ANF) stellen. Falls das Kind (bis 21 Jahre!) Auszubildender oder Student ist und es sich um eine Familie mit mindestens vier Kindern unter 26 handelt, kann man über die Volljährigkeit hinaus ANF beziehen.

Antragstellung in zwei Phasen

Hierfür muss zunächst online beim INPS ein Antrag auf autorizzazione gestellt werden. Es muss ein Formular ausgefüllt und eine eigenverantwortete Bescheinigung über den Familienstand (dichiarazione sostitutiva di certificazione dello stato di famiglia) und das Formular dichiarazione di responsabilità dell’altro genitore anhängt werden. Falls man diesen Weg nicht wählen möchte, kann man sich auch an die Telefonhotline des INPS (Nr. 803164) oder an ein patronato (Arbeitnehmerorganisation, die Arbeitnehmern in Sozialversicherungsfragen kostenlos hilft) wenden.
Die Bearbeitung des Antrags kann erfahrungsgemäß eine Zeit dauern (circa 2-3 Monate). Anschliessend erhält man einen Brief mit der schriftlichen Genehmigung (modello di autorizzazione ANF43), für sein Kind den assegno al nucleo familiare beim Arbeitgeber zu beantragen. In der Regel hat diese Genehmigung eine Gültigkeit von fünf Jahren. Danach muss erneut ein Antrag gestellt werden.

Nach dem Erhalt des Briefes wird der eigentliche Antrag beim Arbeitgeber gestellt. Dies geschieht mit dem Formular ANF/DIP (SR16). Das vom INPS erhaltene modello di autorizzazione ANF43 muss dem Arbeitgeber ebenfalls (besser in Form einer Kopie) vorliegen. Der ANF wird monatlich mit dem Gehalt überwiesen. Denken Sie daran, jedes Jahr im Juli einen neuen Antrag beim Arbeitgeber zu stellen.

Die Höhe des Kinderzuschlags

Der monatliche Betrag des ANF hängt von der Anzahl der Familienmitglieder und vom Einkommen der Familie ab. Falls ein Familienmitglied behindert ist oder es sich um eine Familie mit einem Elternteil handelt erhöht sich der monatliche Betrag. Ein Paar, das gemeinsame Kinder hat, zusammenlebt, aber nicht verheiratet ist, hat hier Vorteile. In diesem Fall sollte der schlechter Verdienende den ANF für die gemeinsamen Kinder beantragen. Es wird nur dessen Gehalt berücksichtigt und der Betrag fällt höher aus.

Die Tabellen mit den Beträgen lassen sich ganz einfach im Internet finden.  Diese Tabellen werden jedes Jahr aktualisiert und haben eine Gültigkeit vom 1. Juli bis zum 30. Juni des folgenden Jahres. Hier können Sie die aktuellen Tabellen konsultieren.

Zur Vertiefung des besprochenen Themas sind die folgenden Links sehr hilfreich:

https://www.inps.it/portale/default.aspx?sID=0%3B5673%3B9586%3B&lastMenu=9586&iMenu=1
http://www.provinz.bz.it/personale/download/2015.06.25_-_RS_Nr._10_-_Familiengeld_-_Assegno_nucleo_familiare.pdf

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NASpI – Arbeitslosengeld in Italien

In Italien hat man ein Anrecht auf Arbeitslosengeld (NASpI, Nuova Assicurazione Sociale per l’impiego), wenn man ungewollt seinen Arbeitsplatz verliert und die Voraussetzungen im Bezug auf die Arbeitslosenversicherung und der vorausgegangenen Arbeitszeit erfüllt.
Es wird kein Arbeitslosengeld gezahlt, falls der Arbeitnehmer von sich aus kündigt. Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Dazu zählt u.a. die „dimissioni per giusta causa“ (u.a. Kündigung der Mutter bis zum ersten Geburtstag des Kindes, Kündigung auf Grund von Mobbing, sexuellen Übergriffen oder ausbleibender Lohnzahlung).

Folgende Voraussetzungen (Arbeitslosenversicherung und Arbeitszeit) müssen erfüllt sein:

  • mindestens 13 Wochen an Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung in den vier der Arbeitslosigkeit vorausgegangenen Jahren
  • mindestens 30 Tage effektiven Arbeitens innerhalb der letzten 12 Monate

Der Antrag auf Arbeitslosengeld muss online beim INPS gestellt werden. Falls man diesen Weg nicht wählen möchte, kann man sich auch an die Telefonhotline des INPS (Nr. 803164) oder an ein „patronato“ (Arbeitnehmerorganisation, die Arbeitnehmern in Sozialversicherungsfragen kostenlos hilft) wenden. Der Antrag muss innerhalb von 68 Tagen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim INPS eingegangen sein.

Der Beginn der Zahlung des Arbeitslosengeldes hängt vom Eingang des Antrags ab:

  • ab dem achten Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wenn der Antrag bis zum achten Tag eingegangen ist
  • ab dem Tag nach der Antragstellung, im Falle, dass der Antrag nach dem achten Tag eingegangen ist

Die Dauer der Zahlung des Arbeitslosengeldes entspricht der Hälfte der Wochen der letzten vier Jahre, für die die fälligen Arbeitslosenversicherungsbeiträge entrichtet worden sind.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes entspricht 75% des durchschnittlichen Monatseinkommen der letzten vier Jahre, falls das Gehalt niedriger bzw. gleich war wie der jährlich vom Staat festgelegte Betrag (€ 1.195,00 für 2015). Im Falle, dass das Einkommen höher war, werden zu den 75% des staatlich festgelegten Betrags noch 25% der Differenz zwischen dem eigenen Gehalt und der festgelegten Summe hinzuaddiert. Das Arbeitslosengeld kann jedoch nicht den maximalen Betrag von 1.300,00 Euro überschreiten. Ab dem vierten Monat wird das Arbeitslosengeld monatlich um drei Prozent gekürzt. Personen, die ein Anrecht auf den „assegno al nucleo familiare“ haben, können auch für den Zeitraum des Arbeitslosengeldes einen Antrag beim INPS stellen.

Es ist auch möglich sich das Arbeitslosengeld in einer einmaligen Zahlung auszahlen zu lassen. Voraussetzung dafür ist, dass man mit diesem Geld ein eigenes Geschäft eröffnet/aufbaut bzw. ein Teil einer Kooperative wird.
Die Bezahlung erfolgt direkt vom INPS.

Mit dem Stellen des Antrages erklärt man gleichzeitig seine sofortige Verfügbarkeit (DID, Dichiarazione di immediata disponibilità) für eine neue Arbeitsstelle. Diese Erklärung wird vom INPS an die „Agenzia Nazionale per le Politiche Attive del Lavoro“ weitergeleitet. Innerhalb der nächsten 15 Tage muss sich der Arbeitsuchende an das „centro per l`impiego“ (dt. Agentur für Arbeit) seines Wohnortes wenden, um den „patto di servizio personalizzato“ zu unterschreiben, ein Abkommen mit der Agentur für Arbeit, das helfen soll, u.a. mit Kursen, so schnell wie möglich eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Weitere und detailliertere Informationen finden Sie hier.

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Die Eröffnung des B&B: Anlaufzeiten und Marketing

Teil 2 über Alessandra und Alessandro und ihren Traum, ihre Jobs in der Großstadt gegen ein B&B auf dem Land einzutauschen. (zu Teil 1)

Als das Gebäude soweit stand, und das erste Gäste-Zimmer bezugsfähig war, wurde das Bed and Breakfast als solches bei der Gemeindeverwaltung angemeldet. Und dies ging schnell und völlig unkompliziert: Mitzubringen waren die Baupläne des Hauses mit den entsprechenden Zimmern und Bädern sowie die Kopie der für das B&B abgeschlossene Haftpflichtversicherung. Nach dem Anmelden konnte umgehend mit der geschäftlichen Aktivität begonnen werden, der obligatorische Kontrollbesuch des Gesundheitsamtes (ASL) musste zur Eröffnung nicht abgewartet werden. (Das ASL behält sich neben dem ersten obligatorischen Überraschungsbesuch zur Kontrolle der hygienischen Anforderungen der Betriebsstätte weitere Kontrollen vor.)

Da auch die Wohnräume der Familie erst komplett restauriert werden mussten, war für das Bed and Breakfast in den ersten drei Jahren ersteinmal nur ein Zimmer nutzbar, inzwischen sind es drei.

Marketing für das B&B

Aber auch mit nur einem Zimmer hat die Familie mit der Vermarktung begonnen. Zum einen haben sie sich in den einschlägigen Portalen eintragen lassen. Hier sind die Kosten unterschiedlich: Manche fordern einen erfolgsunabhängigen (Jahres-) Beitrag um die 200 Euro, andere ziehen bei Buchungserfolg 15% Kommission ein. Zusätzlich haben sie ihr Haus zum buchen über die „Smartbox“ angeboten, mit der romantische Wochenenden oder Familien-Abenteuer-Ausflüge gebucht werden. Vor allem am Anfang kamen fast alle Buchungen über die Portale im Netz, sporadisch kam aber auch eine Anfrage über Smartbox-Kunden. Ein sehr wichtiger Kanal für Buchungen ist zudem die Zusammenarbeit mit örtlichen Firmen. So hat Alessandra ihre Fühler ausgestreckt und erreicht, dass eine Akademie ihre mehrtägigen Seminare bei ihr abhält, was auch insgesamt lukrativer ist als die Belegung eines Zimmers für nur eine Nacht oder ein Wochenende.

Hier ein genereller Rat von Alessandra an alle, die ein B&B aufmachen wollen, aber mitten auf dem Land sind und nicht nah genug an Meer & Berg, oder bekannten Touristenorten, wo die Besucher schon von alleine hinkommen und sich zu beschäftigen wissen:

Eine Familie kann vom Betrieb eines Bed and Breakfast nicht leben, auf dem Land muss man mehr machen. Zum Beispiel, wie wir, Lavendel anbauen für Bio-Öl, dass für zusätzliche Einnahmen sorgt. Außerdem muss man versuchen, nicht nur eine reine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten, um zum Beispiel auch Familien anzulocken: wir werden zum Beispiel Ponys anschaffen und andere Tiere, um wie bei „Ferien auf dem Bauernhof“ auch Kindern einen tollen Aufenthalt zu bieten.

Was auch wichtig ist, ist sich mit benachbarten Agriturismi und B&B gut zu stellen. Es passiert nicht selten, dass ein „Mitbewerber“ überbucht ist, und spontan Übernachtungsgäste vorbeischickt. Und umgekehrt.

Nach drei Jahren Betrieb: Wie sieht es finanziell aus?

In den ersten sechs Monaten nach Eröffnung des B&B wurde das Zimmer im Schnitt an zwei Wochenenden pro Monat gebucht – ein guter Anfang. Dann stieg die Nachfrage gewaltig an und einige Male mussten Kunden sogar abgewiesen werden: Im zweiten Jahr war das B&B ganzjährig geöffnet, und insgesamt nur an zwei Wochenenden nicht gebucht. Inzwischen kümmert sich Alessandra komplett um die Zimmer und die Gäste, während ihr Mann noch einen Vollzeitjob hat. Zusätzlich investieren beide Zeit in den landwirtschaftlichen Betrieb, jeweils kommt da also noch ein Teilzeitjob zu der eigentlichen Tätigkeit der Beiden hinzu.

Unter der Woche ist meist wenig los, aber in einem guten Monat haben sie nun mit zwei Zimmern schon einen Umsatz von rund 800 Euro.

Davon sind natürlich die Kosten abzuziehen. Die Reinigung der Bettwäsche wird inzwischen außer Haus gegeben und schlägt mit je vier Euro zu Buche, das (italienische) Frühstück fällt nicht wirklich zur Last. Allerdings kostete das Heizen der Zimmer Alessandra im ersten Winter wirklich viel und hatte die ganzen Einnahmen komplett verschluckt. Nun hat sie 3.500 Euro in ein anderes Heizsystem gesteckt und rechnet damit, mit vier Euro am Tag das  gesamte Haus heizen zu können. Das gleiche Problem könnten in wärmeren Gegenden die Klimaanlagen im Sommer bringen. An Fixkosten gibt es ansonsten nur die obligatorische Haftpflichtversicherung, die rund 400 Euro im Jahr kostet.

Hilfreich bei einem so kleinen Betrieb ist, dass man für das Führen eines Bed and Breakfast mit nur bis zu drei Zimmern kein Gewerbe anmelden und auch keine Partita Iva (Mehrwertsteuernummer) aufmachen muss: Man gibt den Übernachtungsgästen einfach einen Zahlungsbeleg und verrechnet die Einnahmen mit den Kosten bei der persönlichen Einkommensteuererklärung im Folgejahr.

2016 wird das dritte Zimmer fertig sein und Alessandra und Alessandro denken, dass es das erste Jahr mit einem kompletten Gehalt zumindest für eine Person wird. Außerdem werde sie ihren landwirtschaftlichen Betrieb weiter ausbauen und so, hoffentlich bald, auch das zweite Gehalt „raus haben“.

Ale & Ale bereuen die Entscheidung, ihr Leben umgekrempelt und ihr Geld komplett in einen Traum investiert zu haben, nicht:

Wer ein B&B fernab der Touristenorte aufmacht, tut dies sicher nicht, um reich zu werden, sondern um die eigene Lebensqualität zu steigern. Ein B&B zu führen, ist nicht besonders anstrengend. Man hat zwar immer Leute um sich rum und muss immer erreichbar sein, aber man ist auch sein eigener Chef und die alltäglichen Arbeiten erledigt man recht schnell nebenher. Das ist nach einem karriereorientierten frenetischen Leben in der Großstadt einfach ein Traum(job).

Wer Ale & Ale besuchen möchte, kann das in der Nähe von Mailand mit einem entspannten Wochenende verbinden – die Landschaft des Oltrepó gleicht der Toskana, es gibt guten Wein und vor allem im Herbst frische lokale Spezialitäten, die einen Restaurantbesuch lohnen. Und geschlafen wird natürlich hier.

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Ein deutsches Kind wird in Italien geboren – Was ist behördlich zu beachten?

Kinder, die einen Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit haben, haben diese ebenfalls – automatisch von Geburt an. Daran ändert sich auch nichts, falls die Kinder nicht in Deutschland, sondern wie zB. in unserem Fall in Italien auf die Welt kommen.

In Italien geborene, deutsche, Kinder haben eine Ausweispflicht in Deutschland.
Der dazu benötigte Kinderreisepass, bzw. wahlweise der Europass (biometrischer Reisepass) muss bei einer deutschen Auslandsvertretung beantragt werden.
Deutsche Auslandsvertretungen finden sie in folgenden italienischen Städten: Rom (Botschaft), Mailand (Generalkonsulat) und in Bozen, Cagliari, Florenz, Genua, Messina, Neapel, Palermo, Venedig. In diesen zuletzt genannten Städten finden sie Honorarkonsuln vor.

Passantrag

Zum Beantragen eines Passes muss online ein Termin (über das Terminvergabe System) vereinbart werden. Wichtig ist es, dass bei diesem Termin sowohl das Kind als auch beide Elternteile anwesend sind. Eine ausführliche Liste der mitzubringenden Dokumente (von jedem Dokument wird eine Kopie benötigt) und die Kosten finden sie hier.

Namenserklärung

Im Falle, dass es sich um einen Erstpass handelt, muss vor dem Passantrag in der Regel noch eine Namenserklärung (Nachname) abgegeben werden.

Da die Ehegatten bei einer Heirat in Italien ihren Nachnamen behalten und auch nichteheliche Kinder meistens den Nachnamen des Vaters haben, muss eine Namenserklärung fast immer erfolgen.

Hierfür müssen sie je eine zusätzliche Kopie der Dokumente, die unter dem oben aufgeführten Link zu finden sind, mitbringen und einen weiteren Termin für den gleichen Tag online vereinbaren. Detailliertere Informationen zur Namenserklärung und die Gebühren für selbige können sie hier entnehmen.

Beurkundung der Geburt

Falls sie möchten, können sie die Geburt ihres Kindes auch im Geburtsregister des zuständigen deutschen Standesamtes beurkunden lassen. Diese Beurkundung kann jederzeit vorgenommen werden. Die notwendigen Dokumente und die Gebühren finden sie hier.

Zustimmungserklärung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung

Seit Juli 2015 verlangt das Standesamt I in Berlin, das die Geburtsbeurkundung und Namenserklärung aus dem Ausland bearbeitet, eine Zustimmungserklärung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung. Diese Erklärung kann man ebenfalls beim Besuch im Konsulat abgeben (auch hierfür einen extra Termin online buchen!).

Deutsche Vertretungen in Italien: www.italien.diplo.de

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Ein B&B eröffnen in Italien

Gute Nachrichten für alle, die ein B&B in ihrer Wohnung aufmachen wollen. Dies ist in Italien erlaubt, ohne dass man die Erlaubnis der Eigentümerversammlung des Gebäudes benötigt. Was ist allgemein zu beachten, wenn man in Italien Zimmer vermieten will?

Wie überall, wird ein B&B von Privatpersonen zu Hause und in überschaubarer Zimmerzahl geführt, ansonsten gelten die Regelungen eines „Affitta Camere“. Wer nicht mehr als drei Zimmer mit Platz für maximal sechs Gäste hat, und diese für nicht mehr als insgesamt neun Monate im Jahr anbietet, muss sich noch nicht einmal bei der Handelskammer registrieren oder eine Umsatzsteuernummer (Partita Iva) beantragen.

Vorgeschrieben ist neben dem Schlafplatz das Frühstück und die Grundreinigung sowie das Wechseln des Bettzeugs. Nicht jedes Zimmer muss über ein eigenes Bad verfügen, sondern es ist auch möglich, ein gemeinschaftliches Bad für bis zu drei Gästezimmer vorzusehen (das Bad des Betreibers des B&B ist hier nicht mitgezählt). Die maximale Anzahl der Zimmer bzw. Betten ist von den einzelnen Regionen festgelegt (siehe die weiterführenden Links zu den jeweiligen regionalen Regelungen).

Der Betreiber muss die lokale Hygiene- und Lebensmittelverordnung einhalten. Desweiteren müssen die Zimmer mindestens dreimal pro Woche gereinigt werden und bei jedem Gastwechsel. Das Gleiche gilt für das Wechseln des Bettzeugs. Das Bad muss dagegen täglich gereinigt werden.

Um ein Bed and Breakfast aufmachen zu können, muss man die „denuncia di inizio attivitá“ (DIA) in der Stadtverwaltung vorlegen.

Ein B&B-Betreiber muss dann folgendes garantieren:

  • Die Gäste müssen ordentlich registriert und der örtlichen Polizei (Vigili) gemeldet werden
  • Man benötigt eine gültige Haftpflichtversicherung (polizza assicurativa di responsabilità civile)
  • Man muss der jeweiligen Provinzverwaltung die Zimmerzahl, festgesetzte Übernachtungspreise und die Periode des Jahres in der geöffnet ist, nennen.

Weiterführende Links:

Legge Turismo Nazionale
Normativa in Abruzzo sui B&B: LEGGE REGIONALE 28.04.2000, N. 78
Normativa in Basilicata sui B&B: LEGGE REGIONALE N. 8 DEL 04-06-2008
Normativa in Calabria sui B&B: LEGGE REGIONALE 26 febbraio 2003, n. 2
Normativa in Campania sui B&B: LEGGE REGIONALE 10 maggio 2001, n. 5
Normativa in Emilia Romagna sui B&B: LEGGE REGIONALE Emilia Romagna 28/7/2004 n.16
Normativa in Friuli Venezia Giulia sui B&B: LEGGE REGIONALE 05/07/1999, N. 17
Normativa in Lazio sui B&B: REGOLAMENTO REGIONALE Lazio 24 ottobre 2008, n. 16
Normativa in Liguria sui B&B: LEGGE REGIONALE 28 gennaio 2000 n. 05
Normativa in Lombardia sui B&B: LEGGE REGIONALE 16 luglio 2007, N. 15
Normativa in Marche sui B&B: LEGGE REGIONALE Marche 11/7/2006 n.9
Normativa in Molise sui B&B: LEGGE REGIONALE 12 luglio 2002, n. 13
Normativa in Piemonte sui B&B: LEGGE REGIONALE 13 marzo 2000, n. 20
Normativa in Puglia sui B&B: LEGGE REGIONALE 24 luglio 2001, n. 17
Normativa in Sardegna sui B&B: LEGGE REGIONALE 12 agosto 1998, n. 27
Normativa in Sicilia sui B&B: LEGGE REGIONALE 23 dicembre 2000, n. 32
Normativa in Trentino sui Alto Adige B&B: LEGGE PROVINCIALE 15 maggio 2002, n. 7
Normativa in Umbria sui B&B: LEGGE REGIONALE N. 18 DEL 27-12-2006
Normativa in Valle d’Aosta sui B&B: LEGGE REGIONALE N. 23 DEL 04-08-2000
Normativa in Veneto sui B&B: LEGGE REGIONALE 4 novembre 2002, n. 33

Quellen:

http://www.pmi.it/impresa/normativa/approfondimenti/93138/aprire-bed-and-breakfast-in-condominio.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter:+PMI.it&utm_content=04-09-2015+bed-and-breakfast-in-condominio-e-destinazione-duso

http://www.invia.it

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Das Wichtigste: Der Codice Fiscale

In Italien erhält jeder Bürger einen „Codice Fiscale“, eine Steuernummer. Sie ist die Grundlage für jede offizielle Handlung wie das Abschließen von Handyverträgen, Monatskarten im öffentlichen Nahverkehr und natürlich Anmeldung, Krankenversicherung, Miet- und Kaufverträge. Dieser Standard gilt auch für viele italienische Online-Shops.

Die Steuernummer ist eine individuelle Kombination aus Buchstaben und Ziffern, die sich aus dem Namen der Person, dem Geschlecht und Geburtsdatum sowie Geburtsort oder -land zusammensetzt. Man kann ihn einfach selber „berechnen“ – oder dies eine der einschlägigen Seiten im Internet machen lassen (Achtung: Vorname immer wie im Ausweis angeben, also auch Zweitnamen . . . ).

Die Steuernummer beantragen

Ausgestellt wird der Codice Fiscale kostenlos in der „Agenzia delle Entrate“, dem Finanzamt, vorort. Dafür reichen das Ausfüllen eines Formulars und der deutsche Personalausweis, denn auch Ausländer können ihn ohne Probleme beantragen.

Nach der Beantragung erhält man schon im Amt umgehend eine Bestätigung der Steuernummer als Ausdruck. Später kommt dann ein entsprechendes Plastikkärtchen an die angegebene Adresse. Bei Verlust dieser Karte muss man nicht unbedingt zum Amt, sondern kann die Ersatzkarte direkt per Internet beantragen. Wer (noch) in Deutschland lebt, kann den Codice Fiscale auch bei der nächsten italienischen Auslandsvertretung beantragen und dann mit der Bestätigung in Italien bei der entsprechenden Steuerbehörde abholen.

Wer in Italien wohnhaft ist und die Tessera Sanitaria besitzt, hat damit schon ein ausreichendes Dokument für seine Geschäftstätigkeiten, denn auf der Krankenversicherungskarte ist die Steuernummer mit angegeben.

Ein Tipp: Wer in italienischen Online-Shops bestellen möchte, muss oft den „Codice Fiscale“ eingeben. Hier haben im Ausland geborene User meist ein Problem, denn viele Shops erkennen die für Ausländer reservierten Buchstaben als Herkunfts-Provinz (EE) nicht an. Hier hilft bislang leider nur tricksen und sich einen anderen Code ausdenken oder den Code eines waschechten Italieners „ausleihen“.

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Müllgebühren – Sache des Mieters!

Während die Müllgebühren in Deutschland normalerweise vom Vermieter in den Nebenkosten abgerechnet werden, sind sie in Italien Sache des Mieters. Dabei flattert einem der Zahlungsbescheid nicht automatisch nach der Anmeldung der „residenza“ irgendwann in die Wohnung, sondern man muss beim dazu zuständigen Amt vorstellig werden, um sich dort für die TARI ordnungsgemäß zu melden.

Für die Berechnung der Gebührenhöhe werden die Wohnungsgröße und die Anzahl der Bewohner berücksichtigt. Hier eine TARI Kalkulationshilfe: www.amministrazionicomunali.it/tari/calcolo_tari.php/, die aber der groben Übersicht dient, und nicht den eventuellen Sonderregelungen der Gemeinden Rechnung trägt (zum Beispiel gibt es in Mailand Vergünstigungen für sozial schwächere Familien).

Die TARI wird normalerweise in zwei Raten, die erste im Sommer, und die zweite Ende des Jahres gezahlt, die genauen Daten entscheidet jede Gemeindeverwaltung für sich. Gezahlt wird die TARI mit F24 oder im Postamt.

Wer es bislang versäumt hat, die Müllgebühren zu bezahlen, kann eine Selbstanzeige bei der Gemeindeverwaltung stellen, und alles nachzahlen. Bis dann der Bescheid mit der Zahlungsaufforderung kommt, dauert gemeinhin länger, man hat also genügend Zeit, zu sparen 😉

 

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Auswanderer - Portraits Homeschooling Recht

Eine Unschooler-Familie in Italien

Emy, vor drei Jahren nach Italien ausgewandert, hat ihre Kinder von der staatlichen italienischen Grundschule abgemeldet und ist eine von über tausend Homeschoolern geworden. Wie die hiesigen Behörden reagierten und wie es nun bei ihr läuft hat sie uns bei einem Besuch verraten.

Die beiden Grundschüler hatten nicht nur keine Lust auf den Besuch der staatlichen Ganztagsschule, sondern die Eltern haben beobachtet, dass ihnen in der völlig normalen Grundschule nicht wirklich viel beigebracht wurde und einiges, auf das die Eltern bei der Erziehung besonders achten, mit der Zeit sogar nachlies. Die Tischmanieren zum Beispiel.

Die Mutter sprach also mit der Schuldirektorin und gab eine schriftliche Deklaration ab, mit der sie ihre Kinder fristlos von der Schule nahm (das kann zum Beispiel so aussehen). Die Direktorin („Preside“) nahm die Entscheidung so hin, schickte jedoch einige Zeit später eine Einladung mit den Terminen für die Jahresabschlußprüfungen beider Kinder nach Hause. Die Familie hatte allerdings gar nicht vor, den italienischen Lehrplan jedes Jahr einfach zu Hause durchzuarbeiten und die Kinder dann als Externe die entsprechenden Prüfungen machen zu lassen. Emy bedankte sich also bei der Schulleiterin für den Brief, lehnte die Einladung zur externen Prüfung aber ab. Daraufhin drohte die Direktorin ihr mit einer Klage. Eine siebzehnseitige Erklärung (entstanden mit rechtskundiger Hilfe von anderen Anhängern der „educazione parentale“) an Schule und Bürgermeister sorgte für Ruhe – weder kam eine Antwort, noch eine Klage oder ein Besuch der Carabinieri.

Was kostet Homeschooling die Familie?

Emy betreibt Unschooling. Sie kauft Bücher für die Kinder und fördert ihre Interessen mit Privatunterricht. Außerdem geht es regelmäßig ins Museum und auf Ausflüge und Treffen mit anderen Homeschoolern (didaktische für die Kinder und informative/networking-orientierte für die Eltern oder die ganze Familie). Instinktiv habe ich mir das sehr teuer vorgestellt, aber Emy hat lässig abgewunken: Sie gibt für das Homeschooling deutlich weniger aus als damals für die Schule. Denn unabhängig von den 4 Euro pro Mensaessen muss von den Familien in staatlichen italienischen Schulen Toilettenpapier mitgebracht werden und Druckerpatronen sowie Kopierpapier werden auf die Schüler umgelegt. Insgesamt ist Homeschooling also nicht unbedingt teurer als der normale Schulbesuch.

Wo erhält man Unterstützung?

Emy und ihre Familie legen großen Wert auf ihre Netzwerke. Zum einen auf ihren Bekannten- und Freundeskreis, denn hier gibt es viel Bildungspotential: Wer etwas kann, das die Kinder interessiert, wird umgehend in der „scuola a casa“ eingespannt. Außerdem wichtig ist der Familie der Kontakt mit anderen „Homeschoolern“ – sie treffen sich mehr oder weniger regelmäßig mit acht Familien aus der Mailänder Umgebung zum Austausch oder um einfach etwas zu unternehmen.

Und die Zukunftsperspektive der Kids?

Emy hat es bislang nicht bereut, ihre Kinder von der Schule genommen zu haben. Sie wachsen frei auf und können ihren Neigungen und ihrer Neugier folgen. Sollten sie einen Schulabschluss machen wollen, werden die Eltern sie auf die entsprechenden Prüfungen vorbereiten die sie in Italien ohne weiteres am Jahresende in allen Regelschulen ablegen können. Und wenn die Carabinieri irgendwann auftauchen sollten, um das Wohl der Homeschooler-Kinder festzustellen, können sie sich eine Sprache aussuchen, in der sie gepflegte Konversation mit aufgeweckten, mitteilsamen jungen Menschen betreiben können und sich Unmengen an Projekten ansehen, an denen die Kinder mit Anleitung und ohne ständig ihr eigenes Lernpensum kreieren und ausbauen.

 

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Wenn Kinder ohne Eltern ausreisen …

Kinder unter 14 Jahren mit einem italienischen Pass oder Personalausweis haben dort jeweils die Namen der Eltern oder eines anderen Vormundes stehen. Und nur mit diesen können sie ohne Probleme ausreisen. Sollten die eigenen Kinder mit anderen Personen in den Urlaub fahren, muss die Polizei ein entsprechendes Dokument (attestazione della dichiarazione) ausstellen, dass bei der Reise mitzuführen ist.

Dies sollte rechtzeitig eingeplant werden, denn:

Beide Eltern und die entsprechenden Kinder müssen die Beantragung der attestazione (dichiarazione di accompagnamento) ausgefüllt in der zuständigen Questura vorlegen. Unterschrieben wird normalerweise jeweils vor den Augen des Beamten, der dazu natürlich auch die Ausweise der Eltern und der Begleitperson benötigt. Ist ein Elternteil verhindert, muss von diesem eine Einverständniserklärung und eine Ausweiskopie mitgebracht werden. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, vorher bei der zuständigen örtlichen Polizei, der Questura, anzurufen, um die Details dazu zu klären. Denn nicht jeder Beamte kennt die Prozedur oder er will vielleicht unbedingt, dass auch die Begleitpersonen persönlich aufschlagen.

Bei einer Bekannten hat das ganze Prozedere für eine dreitägige Parisreise zweier Kinder mit den Grosseltern groteske Formen angenommen: „Drei Anrufe in der Questura, mit drei Beamten gesprochen, drei unterschiedliche Informationen, wer und was nun mitzubringen sei. Letztlich dabei: Mutter, Kinder, Vater des einen Kindes, Einverständniserklärung und Ausweiskopie vom Vater des anderen Kindes und die Grosseltern. Ausbeute: Antrag gestellt. Persönlich abzuholen in drei Tagen mit dem Rat, vorher anzurufen um sicherzustellen, dass er fertig ist.“

Manche Fluggesellschaften verlangen diese polizeiliche Bestätigung übrigens (fälschlicherweise) auch bei Inlandsflügen. Deshalb rät die Polizei auf ihrer Webseite unbedingt dazu, mit der Fluggesellschaft im Vorfeld zu klären, ob und in welchem Rahmen die Kinder mit anderen Begleitpersonen einchecken dürfen.

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Die leidige Einkommensteuererklärung

Wer eigentlich nur seine Steuererklärung („730“) einreichen möchte, aber nicht weiß wie das geht und keinen Steuerberater einschalten möchte, kann kostengünstige Hilfe bei den italienischen Steuerbeistandszentren erhalten.

Traditionell gehen Italiener für ihre Steuererklärung zum „Caaf“ oder „Caf“ vor Ort, eine Art Beratungsinstitut in allen Steuerfragen, das eng mit INPS und Co zusammenarbeitet (>> hier nächste Niederlassung suchen).

Das (deutschsprachige) Südtiroler Pendant dazu sind die Steuerbeistandszentren des KVW, ein deutschsprachiger Verband in Südtirol (das Kürzel steht für Katholischer Verband der Werktätigen). Auch hier muss für die Dienstleistungen ein Termin vereinbart werden, rein telefonische Beratung wird nicht angeboten.

Im Schnitt muss man für die Erstellung der Steuererklärung mit Hilfe des CAF rund 50 Euro zahlen. Dabei ist die Gebühr abhängig vom wirtschaftlichen Stand des Antragstellers (Professionals, die keine nennenswerten finanziellen Verpflichtungen haben, kommen zum Beispiel auf etwa 85 Euro für die einmalige Steuererklärung) und Mitglieder der Steuerbeistands-Vereine zahlen natürlich erheblich weniger.

Wer die Steuererklärung lieber kostenlos selber machen möchte, kann dies online beim Finanzamt machen, wenn er die entsprechende PIN hat.

Steuerberater („Commercialista“) bieten im Normalfall „Rundumberatung“ für Selbständige und Firmen an (Jahresbeitrag ab etwa 600 Euro für Freiberufler im „Regime dei Minimi“, danach geht es je nach Unternehmenstyp mit den Tarifen steil aufwärts). Wer nur seine jährliche Einkommensteuererklärung einmalig gemacht haben will, kann durchaus auf 100 bis 150 Euro dafür kommen.

Interessant: www.sostariffe.it mit einer Übersicht, wo die Erstellung der Steuererklärung (2015) wieviel kostete.

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Homeschooling in Italien

Die italienische Verfassung sieht keine allgemeine Schulpflicht vor, so dass Kinder zuhause unterrichtet werden können. Offizielle Zahlen gibt es wohl noch nicht, aber über 1.000 Familien sollen Ihre Kinder inzwischen von der Schule genommen oder nie dort angemeldet haben.

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Babykrippen in Italien

In Italien können Babys bzw. Kleinkinder von drei Monaten bis drei Jahren in einer Krippe („asilo nido“) betreut werden.
Träger dieser Einrichtungen sind die Städte, private und kirchliche Träger oder Firmen. Vor allem bei den privaten Krippen gibt es eine recht große Auswahl.
Die städtischen Krippen bieten eine Betreuungszeit von 7:30 bis 18:00 Uhr an. Aufgepasst, zum Teil sind die Krippen sehr penibel was das genaue Einhalten der Uhrzeiten angeht. Da kann es schon vorkommen, dass man bei zwei Minuten Verspätung komisch angeschaut wird. In der Regel gibt es auch die Möglichkeit für sein Kind einen Teilzeitplatz zu buchen. Nach meiner Erfahrung besuchen die meisten Kinder die Krippe aber von 8:30/9:00 bis 15:30/16:00.

Erste Anlaufstelle für Informationen zu den Krippen in der Nähe des Wohnortes ist die Internetseite der Stadt. Die Anmeldung für einen Krippenplatz ab September/Oktober findet im Frühjahr statt (zwischen März-April). Das Krippenjahr geht von September bis Juli. Im August sind die städtischen Krippen geschlossen. In unserer Stadt bleibt im Monat Juli nur eine der beiden Krippen geöffnet. Die Eltern haben die Pflicht nachzuweisen, dass beide in diesem Monat arbeiten und müssen dann ihre Kinder extra für den „nido estivo“ anmelden.

Die Kosten für die Krippe unterscheiden sich stark, je nachdem wer der Träger ist bzw. in welcher Stadt sich die Krippe befindet. In unserer Stadt in der südlichen Provinz von Mailand zahlt man für einen Ganztagsplatz von 160,40 Euro bis 556,40 Euro pro Monat. Damit liegt unsere Stadt vor den umliegenden Kommunen. Die Kosten bei städtischen Krippen sind einkommensabhängig. Sie setzen sich aus einem festen Monatsbetrag und einem täglichen Essensbetrag zusammen. Wie bei den Kindergärten zahlt man den Betrag im Folgemonat per MAV.

Eine öffentliche Diskussion betreffs fehlender U3 Plätze wie in Deutschland gibt es in Italien nicht (bzw. habe ich, die sich sehr für das politische Geschehen interessiert, diese nicht mitbekommen). Ob dies nun an der geringeren Nachfrage oder an ausreichend Plätzen liegt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Eingewöhnungszeit ist mit zwei Wochen sehr (bzw. nach meiner Ansicht zu) kurz.

In der städtischen Einrichtung, die meine Tochter für zwei Jahre besucht hat, gibt es drei Gruppen (drei Monate – ein Jahr, ein – zwei Jahre und zwei – drei Jahre). Ihre Gruppe besuchten im zweiten und dritten Jahr 28-30 Kinder (wobei in der Regel nie alle gleichzeitig da waren). Für diese Kinder waren vier Erzieherinnen verantwortlich, die jedoch nicht alle ständig gleichzeitig anwesend waren. Für Aufgaben wie Tischdecken, Anrufe entgegennehmen, Türaufmachen usw. gibt es die sogenannten „bidelle“ (auf Deutsch soviel wie Hausmeisterinnen).

Trotz der, nach meiner Meinung, sehr hohen Kinderanzahl und des nicht wirklich optimalen Kinder-Erzieherinnen-Schlüssels hat sich unsere Tochter dort (und auch wir Eltern) sehr wohl gefühlt.