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In Italien für ein deutsches Unternehmen arbeiten? So klappt’s!

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Selbständig Arbeiten in Italien: Herausforderung IT-Recht und Datenschutz

Viele deutsche Auswanderer in Italien arbeiten als Selbständige, oder für eine deutsche Firma im Homeoffice. Fast jeder hat eine eigene Webpräsenz, Daten von Kunden auf dem Computer oder in einer Cloud und viele von uns sind sich nie so ganz sicher:

Wie muss ich meine (deutsche) Webseite aufstellen, um sie mit der italienischen Gesetzgebung konform zu machen?
Was muss ich beim Umgang mit Kundendaten, aus Italien oder DACH, beachten?
Was kann mir nach momentaner Gesetzeslage passieren, wenn ich nicht aufpasse?

Aus meinem eigenen Job weiß ich schon einmal, dass E-Mail-Marketing in ganz Europa den gleichen rechtlichen Standards unterliegt (hier gibt es gut & knapp Praxistipps dazu). Aber bei den anderen Punkten tappe ich im Dunkel. Gut, dass Alexis Brudermann, Fachanwalt in IT-Recht, für ein Interview zur Verfügung steht:

ZUR WEBPRÄSENZ

1) Darf jemand, der von Italien aus eine Webseite betreibt, eine .de-Domain nutzen?

Grundsätzlich dürfen Sie auch von Italien aus eine .de-Domain nutzen. Genauso können Sie von Deutschland aus eine .it-Domain nutzen. Viele Menschen nutzen ja auch .com-Domains, die US-amerikanischen Domains.

2) Darf die Seite komplett auf Deutsch sein?

Selbstverständlich darf die Seite auf Deutsch sein, komplett oder in Teilen. Aus Ihrem Impressum sind die Angaben über Ihre Person ersichtlich. Das genügt, muss aber auch enthalten sein.

3) Welche Angaben zum Webseitenbetreiber müssen ins Impressum? Darf man eine deutsche Adresse angeben?

Sie müssen die Adresse angeben, unter der Sie gemeldet sind. Man spricht auch von einer „ladungsfähigen“ Adresse, die Adresse, unter der Sie im Fall eines gerichtlichen Verfahrens „geladen“ werden können. Ein Postfach reicht nicht aus.
Welche Angaben ins Impressum müssen, entnehmen Sie dem Gesetz: § 5 TMG. Im Internet unter dejure.org/gesetze.
Lassen Sie im Zweifel Ihr Impressum aber lieber von einem auf IT-Recht spezialisierten Rechtsanwalt prüfen. Wichtig ist auch, wo der Leser Ihr Impressum innerhalb Ihrer Webseite findet. Das Impressum sollte nicht allzu „versteckt“ sein.

4) Welche Pflicht-Texte müssen unbedingt auf die Seite?

Neben dem Impressum ist eine Datenschutzerklärung erforderlich. Damit sind Sie erstmal nach außen hin gewappnet. Einen Datenschutzbeauftragten benötigen Sie hingegen erst unter bestimmten Bedingungen. Dies wäre im Einzelfall zu prüfen.

5) Können Sie Software empfehlen, die rechtlich nötige Texte automatisch erstellt?

Texte und Regelwerke sollten meines Erachtens unbedingt auf den konkreten Fall persönlich zugeschnitten sein. Texte aus dem Internet müssen im Zweifel nicht falsch sein. Sie wissen aber nicht, ob der Text auch zu Ihrem eigenen Unternehmen passt. Ist erst die Behörde auf Sie aufmerksam geworden, weil vielleicht etwas fehlt oder falsch ist, drohen empfindliche Bußgelder. Bei Bauchweh werden Sie auch eher einen Arzt konsultieren, als Foren im Internet, die Sie mit einer völlig falschen Ferndiagnose wie Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium zu Tode erschrecken. Noch einmal: Nein, nehmen Sie keine vorgefertigten Texte, denn diese bedürfen immer einer konkreten Anwenderprüfung. Ich warne ausdrücklich davor, an dieser falschen Stelle zu sparen.

DIE DATENAUTOBAHN

1) Was muss man beachten, wenn man in Italien beruflich tätig ist, und Daten von Kunden auf dem PC oder in einer Cloud speichert?

Die Erhebung und Verarbeitung von Daten ist dann rechtmäßig, wenn entweder der Betroffene sein Einverständnis erteilt hat (z. B. für den Erhalt von Newslettern) oder aber die Erhebung und Verarbeitung für die Erfüllung eines Vertrags erforderlich ist. Es kommt also darauf an, welcher Zweck mit der Datenerhebung und –verarbeitung verfolgt wird. Um im Einzelfall ganz sicher zu gehen, sollte unbedingt eine anwaltliche Prüfung vorgenommen werden, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

2) Kann man sich gegen (diese) Risiken absichern, indem man Kunden im Vorfeld einen entsprechenden Vertrag unterschreiben lässt? Was muss da drinstehen?

Ja, man kann sich in den Fällen, in denen es notwendig ist, eine Einwilligung durch die betroffenen Personen geben lassen. Eine solche Einwilligung ist dem konkreten Zweck der Datenerhebung und –verarbeitung anzupassen. Pauschal lässt sich leider nicht sagen, was drinstehen muss. Es muss für den konkreten Zweck formuliert sein. Es kann aber eine einmal professionell ausformulierte Einwilligungserklärung für eine Vielzahl von Einsätzen verwendet werden.

GANZ ALLGEMEIN

Was den IT-Bereich in Italien angeht, für was gibt es (bei normalen Geschäftsbetrieb von Selbständigen im Homeoffice) Strafen, und wie hoch fallen die gemeinhin aus?

Für Verstöße gegen die EU-DSGVO (EU-Datenschutzgrundverordnung) legen die einzelnen Mitgliedstaaten Sanktionen fest. Dies können empfindliche Bußgelder sein, die ggf. nach erzielten Jahresumsätzen berechnet werden. Allgemein lässt sich natürlich nicht beziffern, wie hoch eine Geldbuße sein kann. Dies hängt vom Einzelfall ab. Ich rate aber dringend, möglichen Verstößen weiträumig aus dem Weg zu gehen. Ein Bußgeld kann schnell erheblich teurer werden als eine fundierte spezialanwaltliche Beratung bzw. Ausarbeitung entsprechender Textwerke für die Webseite. Dann sind Sie vor Bußgeldern abgesichert.

UND SPEZIFISCH FÜR BLOGGER

Werbung (als Banner oder in Artikeln) – wie muss die gekennzeichnet sein, um dem italienischen Recht zu genügen?

Ich mache im Moment noch eher die Erfahrung, dass die datenschutzrechtlichen Vorschriften in Italien – selbst auf Webseiten von Rechtsanwälten (!) – noch sehr stiefmütterlich behandelt werden. Ob und wie die italienischen Behörden tätig werden, ist derzeit nur schwer einzuschätzen. Selbst bei uns in Deutschland wird die Zukunft erst noch zeigen, wie, wie schnell und in welcher Weise schnell reagiert wird.

Werbung auf der Webseite (als Banner oder in Artikeln) sind erstmal nur ein Indiz für einen geschäftsmäßigen bzw. gewerblichen Internetauftritt, mit entsprechenden Folgen für z. B. Impressum und Datenschutzerklärung und ansonsten unproblematisch. Sollen indes Betroffene gezielt beworben werden, z. B. mittels Tracking oder Newsletterversand, sollte vor Tätigwerden eine professionelle Prüfung der anvisierten Werbemaßnahmen vorgenommen werden, um wie schon gesagt böse Überraschungen zu vermeiden.

Für weitere Rückfragen stehe ich sehr gern zur Verfügung.

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(Deutsche) Rente in Italien beziehen

Viele Italien-Auswanderer haben sowohl in Deutschland als auch in Italien gearbeitet und fragen sich, wie es mit einer späteren Rentenzahlung aussieht. In Kürze vorweg:

Für einen Anspruch auf eine deutsche Rente zählen auch bestimmte ausländische Zeiten mit. Und wer in Italien wohnt, kann sich die Deutsche Rente auch direkt durch das italienische INPS auszahlen lassen.

Die Versicherungsträger, also die Deutsche Rentenversicherung für die Arbeitszeit in Deutschland, und das italienische INPS für die in Italien erworbenen Ansprüche, prüfen getrennt, ob nach den jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften ein Rentenanspruch besteht und zahlt gegebenenfalls eine Rente. Es ist möglich, dass man aus beiden Staaten jeweils eine Rente erhält. Eine „Gesamtrente“ oder „Europarente“ gibt es aber (noch) nicht.

Für einen Anspruch auf deutsche Rente muss neben anderen Voraussetzungen – wie beispielsweise der Erfüllung eines bestimmten Lebensalters – auch eine Mindestversicherungszeit, die so genannte Wartezeit, erfüllt sein. Diese ist bei den verschiedenen Rentenansprüchen unterschiedlich. So beträgt sie bei der deutschen Altersrente für langjährig Versicherte 35 Jahre, während sie bei der Regelaltersrente nur 5 Jahre beträgt. Zur Erfüllung dieser Wartezeiten werden nach dem Europarecht deutsche Zeiten und Versicherungszeiten in den anderen Mitgliedstaaten zusammengerechnet. Auch die anderen Mitgliedstaaten oder Abkommensstaaten müssen bei der Prüfung ihrer Anspruchsvoraussetzungen die deutschen Zeiten berücksichtigen.

Ansonsten richten sich die Voraussetzungen für eine Rente, wie zum Beispiel Erreichen der Altersgrenze sowie Vorliegen von Invalidität allein nach dem jeweiligen nationalen Recht. So kann es vorkommen, dass aus der Rentenversicherung des einen Staates bereits ein Rentenanspruch besteht, während die Voraussetzungen für eine Rente im anderen Staat erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt sind, weil dort zum Beispiel eine höhere Altersgrenze besteht.

Wo welchen Antrag stellen?

Wer zum Zeitpunkt der Antragstellung für die Rente in Deutschland lebt, kann auch die italienische Rente fristwahrend bei der Deutschen Rentenversicherung stellen und umgekehrt. Das gilt auch für Rechtsbehelfe gegen Entscheidungen des jeweils anderen Versicherungsträgers.

Stellt man in einem Staat einen Rentenantrag und hat Versicherungszeiten in mehreren Mitgliedstaaten oder Abkommensstaaten zurückgelegt, gilt er gleichzeitig als Antrag auf eine entsprechende Rente im anderen Staat. Man muss also nur einen Antrag stellen. Der Versicherungsträger, bei dem der Antrag gestellt wird, informiert den oder die anderen ausländischen Versicherungsträger und leitet das Rentenverfahren für den Antragsteller ein. Wichtig: Beim Antrag immer die Versicherungszeiten in allen Mitgliedstaaten oder Abkommensstaaten angeben!

Rentenberechnung

Für die Berechnung der Rente gilt der Grundsatz, dass jeder Mitgliedstaat oder Abkommensstaat den Betrag der Rente nur aus seinen eigenen Versicherungszeiten und nach seinen Rechtsvorschriften zahlt.
Wer also in Deutschland und Italien in die Rentenkassen eingezahlt hat, erhält je eine Rente von der deutschen Rentenkasse und eine vom italienischen INPS, sofern die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. (Für eine „Kleinstrente“ gelten Sonderregelungen.) Den aktuellen Status der persoenlichen (Renten-) Situation erhaelt man bei der deutschen Rentenversicherung automatisch einmal jährlich per Post. In Italien kann man sich die Rente inzwischen im Netz ausrechnen lassen.

Deutsche Rente in Italien auszahlen lassen

Bei gewöhnlichem Aufenthalt Deutscher Rentner in Italien erhalten Berechtigte ihre volle Rente aus allen Beitrags- und beitragsfreien Zeiten wie in Deutschland. Während des Auslandsaufenthalts kann die Rente wahlweise auf ein eigenes Konto bei einer Bank im Ausland oder auf ein eigenes Konto bei einem Geldinstitut in Deutschland gezahlt werden. Beim Transfer der Rente nach Italien können Bankspesen (zu Lasten des Rentners) anfallen. Um die Rente ins Ausland zahlen zu können, benötigt die deutsche Rentenversicherung die internationale Bankleitzahl (Bank Identify-Code, kurz BIC) und die internationale Kontonummer (International Bank Account Number, kurz IBAN).

Der deutsche Rentenversicherungsträger prüft bei Auslandsrenten einmal jährlich, ob der Empfänger noch lebt und die Rente weiter gezahlt werden kann.

Fragen?

Man kann das INPS auch telefonisch kontaktieren.

>> Von Italien aus:
Tel 803164 kostenlos vom Festnetz aus
Tel 06164164 vom Handy aus (normale Mobiltarife)

>> Kostenlose Hotline von Deutschland aus: Tel 08001821138

In der Begrüßung unter allen Nummern kann man auch einen Service auf Deutsch anwählen. Das habe ich selber ein paar Mal versucht, aber es lief immer in eine Endlosschleife hinein. Wählt man den normalen Service auf Italienisch kommt man gut an einen Kundenberater.

Supportzeiten per Telefon:
Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Samstag von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Quellen:
Deutsche Rentenversicherung
Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)

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Institutionen Job&Co Recht Steuern

Selbständig in Italien: Mutterschutz beantragen

Auch Frauen, die als Selbständige in Italien arbeiten (Gestione Separata), haben das Recht, fünf Monate Mutterschutz in Anspruch zu nehmen und dabei einen prozentualen Anteil des Einkommens vom INPS erstattet zu kriegen.

In Italien sind pro Kind (das man selber bekommt, oder adoptiert) immer fünf Monate Mutterschutz vorgesehen. Zwei Monate vor errechnetem Geburtstermin, und drei Monate danach. Man kann alternativ auch einen Monat vor errechnetem Termin in Mutterschutz gehen und danach vier Monate Mutterschutz wahrnehmen. Wer dies tun möchte, muss es aber extra beantragen, und ein entsprechendes Attest vom Gynäkologen vorlegen, in dem bescheinigt wird, dass medizinisch nichts dagegen spricht.

Auch die Geldleistungen des INPS und deren Beantragung spalten sich in zwei Teile. Um den ersten Teil des Mutterschutzes in Anspruch nehmen zu können, muss man den entsprechenden Antrag zuerst online beim INPS stellen. Dort wird u.a. der erwartete Geburtstermin eingegeben. Mit der online erzeugten Vorgangsnummer geht es zum nächsten örtlichen INPS um den Antrag persönlich einzureichen.

Mitzubringen sind der Personalausweis und die Bestätigung des Frauenarztes über die Schwangerschaft und den errechneten Geburtstermin (erhält man beim entsprechenden Termin in der Untersuchung zum 6. Monat). Um in den Genuss des zweiten Teiles der Zahlungen zu kommen, muss man innerhalb von 30 Tagen nach der Geburt die Geburtsurkunde des Kindes beim INPS vorlegen.

Für den gesamten Zeitraum darf man keine Rechnungen stellen (man unterschreibt stattdessen, keinerlei Beschäftigung nachzugehen), und Kosten, die man sonst absetzen könnte, kann man bei der Steuererklärung über diesen Zeitraum ebenfalls nicht geltend machen.

Seltsamerweise wollen die Schalterbeamten des INPS auch immer die letzte Einkommensteuererklärung sehen (obwohl sie diese Daten auch im Rechner haben), aber nicht immer. Beim ersten Kind musste ich zum Beispiel noch alles vor und nach der Geburt beibringen, beim zweiten Kind mussten wir die Geburtsurkunde schon gar nicht mehr vorlegen und es reichte, den Codice Fiscale des Neugeborenen telefonisch durchzugeben, und die Zahlungen wurden angewiesen.

Was die Höhe des Mutterschutzes betrifft, darf man sich nicht auf die „offiziellen“ 80% des Durchschnittseinkommens im Vorjahreszeitraum verlassen. Denn wie oft wir bei beiden Kindern auch nachgerechnet haben: Man kann die Abrechnung nicht nachvollziehen. Auch „unsere“ Sachbearbeiterin beim INPS konnte uns nichts dazu sagen. Sie meinte, es würden jährlich wechselnde komplizierte Formeln zugrunde gelegt, und kein Mensch wüsste, warum welcher Betrag ausgegeben würde. Im Endeffekt habe ich an Mutterschutz-Zahlungen niemals 80% des Einkommens vom INPS ausgezahlt bekommen, sondern bei der ersten Schwangerschaft etwa 50% und bei der zweiten nur noch 30%. Und dies jeweils mit erheblicher „Verspätung“, und nicht etwa zeitnah oder in monatlichen Raten. Es ist also unbedingt anzuraten, sich nicht ohne einen finanziellen Puffer in Mutterschutz zu begeben.

Update 2018:

Das Finanzamt hat für mein Mutterschaftsgeld Sozialbeiträge nachgefordert und ein Bußgeld verhängt. Ich war damit nicht einverstanden und habe mich an „unseren“ Dr. Resch gewendet. Er hat mir gesagt, dass es tatsächlich so ist, dass hier seitens des INPS ein Fehler vorliegt, der auch schon hinreichend bekannt ist. Er ist nun leider „im System“ und man muss sehen, dass man ihn mit einem Sachbearbeiter beim Finanzamt geklärt bekommt. Dieses Dokument sollte ich mit zum Finanzamt nehmen, wenn ich dort vorstellig werde.

Dr. Resch hat den Sachverhalt nochmal zusammengefasst:

Das Mutterschaftsgeld und die Sozialversicherung

Während das Mutterschaftsgeld den Arbeitnehmerinnen vom Arbeitgeber zu Lasten des Sozialversicherungsinstitutes INPS direkt ausgezahlt wird, besteht für selbständige Empfängerinnen keine Möglichkeit, das Mutterschaftsgeld in der Steuererklärung, von den Sozialversicherungsbeiträgen auszuklammern. Im Falle dass Mutterschaftsgeld-Empfängerinnen eigenmächtig für das Mutterschaftsgeld keine Sozialversicherungsbeiträge einzahlen, wird die Steuererklärung von der Einnahmenagentur automatisch dahingehend korrigiert und die Sozialversicherungsbeiträge werden zuzüglich einer Verwaltungsstrafe nachverlangt. Dieser Widerspruch und diese ungleiche Behandlung der abhängigen und der selbständigen Mutterschaftsgeld-Empfängerinnen in Zeiten der sinkenden Geburtenraten muss allerdings in einem aufwendigen und fragwürdigen Onlineverfahren CIVIS oder vor einem einsichtigen Funktionär in der Einnahmenagentur geltend gemacht und von diesem korrigiert werden.

 

 

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Steuerkolumne: In Italien als Freiberufler einsteigen

In der Redaktion von italien inside laufen immer wieder Leser-Fragen auf. Hier beantwortet Steuerberater Dr. Bernhard Resch eine Auswahl.

Ich bin letzten Oktober von Deutschland nach Italien gezogen. Ich bin Freiberufler und muss mich jetzt in Italien steuerlich registrieren. Wie stelle ich das am besten an? Ich wäre für jeden Tip dankbar.
Lieben Gruß,
Soryonne

Sehr geehrte Frau Soryonne,
Wenn Sie in Italien eine Wohnung mieten oder kaufen, dann brauchen Sie eine Steuernummer (codice fiscale).
Wenn Sie als Freiberuflerin Rechnungen ausstellen wollen, dann brauchen Sie eine Mehrwertsteuernummer. Um diese Mehrwertsteuernummer zu bekommen, müssen Sie genau angeben, was sie machen, weil jede Tätigkeit einen eigenen Tätigkeitscode hat.
Wenn sie Ihre freiberufliche Tätigkeit ausüben, dann müssen Sie sich auch in die Sozialversicherungsanstalt INPS eintragen. Ärzte, Anwälte, Psychologen usw. haben natürlich zusätzlich ihre eigenen Berufskammern.
Wenn Sie ständig in Italien bleiben, dann müssen Sie natürlich auch die Ansässigkeit (residenza) bei der Gemeinde beantragen.

Das wären so die ersten Schritte, welche ein Freiberufler in Italien unternehmen muss.

Dr. Bernhard Resch hat in Wien zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften promoviert und in London, München und Zürich Betriebspraktika absolviert. Nach der Ausbildung zum Gemeindesekretär war er als Verwaltungsrat in der Autonomen Provinz Bozen und dann als Vizedirektor des Steueramtes in Bozen tätig. Seit 1981 arbeit er in Bozen als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Mediator.
Kontakt: Tel: 0039 0471266316 studio@reschbernhard.it Homepage

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Arbeitslos nach Italien auswandern?

Wer nach Italien auswandern möchte, ohne schon einen Job dort zu haben, kann, wenn er in Deutschland schon arbeitslos gemeldet ist, in Italien vor Ort den Neuanfang starten: Indem er dort direkt Arbeitslosengeld beantragt.

Mit einigen Regeln und Einschränkungen.

Die Rechtslage

Ein Arbeitssuchender aus Deutschland hat in jedem anderen EU-Land Anspruch auf drei Monate Arbeitslosengeld, wenn er in Deutschland seit mindestens vier Wochen arbeitssuchend gemeldet ist. (Ausnahmen kann man mit seiner deutschen Agentur für Arbeit absprechen.)

In Italien zu Arbeitslosengeld kommen – die 2 Basics

1) Noch beim deutschen Arbeitsamt das Formular U2 (früher: Formular E 303) anfordern. Damit kann man sich später in Italien im Arbeitsamt, bzw. beim zuständigen INPS, melden.
2) Innerhalb von sieben Tagen nach der Ausreise beim INPS vor Ort melden, um den Antrag dort auf den Weg bringen zu können.

(Wer in Italien keine neue Arbeitsstelle findet, und wieder nach Deutschland zurückkehrt um dort weiter Arbeitslosengeld zu beziehen, muss vor Ablauf der im Formular U2 genannten Frist zurückkehren. Wer das versäumt, verliert alle verbleibenden Leistungsansprüche nach seiner Rückkehr nach Deutschland.)

Worauf lasse ich mich da ein?

Man muss folgende Sachen wissen, wenn man als Arbeitsloser Deutscher nach Italien auswandern möchte
1) Die Zeit von Anfang an gut nutzen. In der Regel muss man beim INPS schon seine entsprechenden italienischen Dokumente vorzeigen, um den Antrag komplett auf den Weg bringen zu können. Wer also nicht ewig auf sein Geld warten will, sollte sofort nach Ankunft seinen codice fiscale und die residenza beantragen um schon bei der Antragstellung alles beisammen oder zumindest auf den Weg gebracht zu haben.
2) In Italien mahlen die Mühlen langsam. Es ist keine Stärke italienischer Beamter, Dinge schnell abarbeiten zu wollen und es ist auch nicht die Regel, dass man sich in den Dienst von Antragstellern stellt. Also kann es gut sein, dass der Antrag auf Arbeitslosigkeit ersteinmal liegen bleibt, weil ein Detail nicht ausgefüllt wurde oder ein Beleg fehlt. Dabei muss es nicht so sein, dass dies dem Antragsteller mitgeteilt wird. Wer also keinen positiven Bescheid des Amtes auf dem Postweg erhält muss nachhaken, warum der Antrag noch nicht bearbeitet ist.
3) Offiziell hat man das Recht auf den gleichen monatlichen Betrag an Arbeitslosengeld, den man auch in Deutschland bezogen hat, denn das italienische Arbeitsamt holt sich das Geld ohnehin vom deutschen Träger. Soweit die Theorie. In der Praxis landet man meist weit unter dem in Deutschland ausgezahlten Betrag. Dabei sagen einem die Beamten mitunter recht offen, dass für sie die italienischen Durchschnittslöhne des jeweiligen Sektors gelten und dass man zufrieden sein soll, überhaupt etwas zu bekommen. Aber auch, wenn bei der Berechnung rechtmäßig das deutsche Durchschnittseinkommen zugrunde gelegt wird, kann das Arbeitslosengeld in Italien nicht den maximalen Betrag von 1.300,- Euro überschreiten.

Quellen:
europa.eu
provinz.bz.it

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Als Ortskraft in Italien arbeiten

Als Deutscher von Italien aus (weiter) für eine deutsche Firma zu arbeiten, ist ein Traum für viele, die beim Auswandern noch nicht das Rentenalter erreicht haben, und ein gewisses Maß an wirtschaftlicher Stabilität behalten wollen. Aber wie realisiert man diese Idee?

Wer von Italien aus für ein deutsches Unternehmen arbeitet, begibt sich auf schlittiges Terrain, wenn er sich als Grenzgänger ausgibt, aber gar nicht – wie bei dieser Sonderform vorgesehen – eine Mindestanzahl von Tagen im Jahr in Deutschland arbeitet, sondern von seiner neuen Wahlheimat aus: Steuern und Sozialversicherungsbeiträge werden nämlich in Deutschland entrichtet, obwohl sie an den italienischen Staat gehen müssten. Sollten italienische Behörden Wind davon bekommen, muss man nicht nur mit Nachzahlungen rechnen, sondern mit einem Gerichtsverfahren am Hals.

Deshalb wird oft die Scheinselbständigkeit gewählt, die in Italien nicht erwünscht ist, aber geduldet wird: In Italien angekommen, besorgt man sich Steuernummer und Commercialista und stellt seine Arbeit dem deutschen Unternehmen als Freiberufler in Rechnung. Diese Alternative raubt Zeit und Nerven und ist alles andere als gangbar, wenn man vorhat, Mutterschutz zu beantragen oder gar Elternzeit oder andere soziale Annehmlichkeiten in Betracht zieht: Bislang erhält man faktisch nicht nur weniger Geld im Mutterschutz, sondern auch die theoretisch vorhandenen Möglichkeiten, sich nach der Geburt für länger als drei Monate vom Schreibtisch fernzuhalten sind mit wesentlich höheren Opfern verbunden, als für regulär Angestellte. Von unregelmäßiger Anrechnung von Renten-Jahren trotz regelmäßiger Arbeit und Schwierigkeiten im Krankheitsfall mal ganz abgesehen.

Lösung: Ortskraft

Eine Überlegung wert ist es da, sich als Ortskraft vom deutschen Unternehmen anstellen zu lassen. Denn um eine Ortskraft in Italien zu beschäftigen, muss das Unternehmen keine Niederlassung vor Ort haben und noch nicht einmal eine Betriebstätte anmelden, so der Arbeitnehmer im Homeoffice für das deutsche Unternehmen arbeitet. Die Sozialabgaben sind auch nicht wesentlich höher als bei einer normalen Anstellung in Deutschland.

Vorgehensweise
Den rechtsgültigen, italienischen, Arbeitsvertrag sollte man einmalig professionell von einem Anwalt erstellen lassen (Kosten: 1.000 bis 1.500 Euro). Dann wird ein italienisches Lohnbüro damit beauftragt, die monatliche Abrechnung der busta paga vorzunehmen und die erforderlichen Steuern und Sozialabgaben sowie das Gehalt im Auftrag des deutschen Unternehmens an die jeweiligen Behörden und den Angestellten zu überweisen (Kosten: etwa 50 Euro pro Abrechnung).

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Aktualisiert: Arbeitsangebote für Deutsche in Italien

Arbeit suchen muss leider auch in Italien sein, also hier eine Zusammenfassung der besten Portale, Netzwerke und Geheimtipps für Deutsche Muttersprachler in Italien:

Stellenangebote für ganz Italien

In der Gruppe Jobs in Italien für Deutschsprachige dreht sich alles um Jobangebote für Deutsche in ganz Italien.

Nicht nur für Deutsche, aber eine der größten Jobbörsen für Italien ist die der Zeitung „Corriere della Sera“

Was für Deutsche das Profi-Netzwerk Xing ist, ist in Italien LinkedIn. Viele große Firmen nutzen es, wenn sie entsprechende Professionals suchen, Stellenangebote erhält man entsprechend seiner publizierten Qualifikationen (auch unfreiwillig) per E-Mail.

Regionale Jobangebote

Eine gute Informationsquelle für Jobs sind natürlich auch die Deutsch/Italienischen Stammtische in Italien. Einige sind auf Facebook zu finden, ein Beitritt lohnt sich unbedingt:

>> Deutscher Stammtisch Mailand
>> Deutscher Stammtisch Rom
>> Deutscher Stammtisch Florenz
>> Deutscher Stammtisch Turin

Auch im Stellenmarkt der Seite „Deutsche in Rom“ kann man fündig werden, wenn man in der Hauptstadt etwas sucht.

 

Ansonsten gibt es natürlich etliche allgemeine (italienische) Jobportale mit den entsprechenden Suchfunktionen. Hier eine Auswahl:

infojobs.it

subito.it

lavoro.trovit.it

it.jobrapido.com

www.monster.it

www.careerjet.it

jooble.org

 

Wer andere Gruppen, Seiten und Tipps kennt, mit denen deutsche Muttersprachler in Italien Arbeit finden können, kann diese Informationen gerne kurz an uns schicken, damit sie hier veröffentlicht werden!

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„PrestO“: Die neue Voucher-Regelung

Seit dem 10. Juli kann man Gelegenheitsarbeit wieder über Voucher regeln. Es hat sich aber einiges geändert, um Mißbrauch vorzubeugen. Hier die wichtigsten Punkte:

Nur Familien oder kleine Unternehmen und Vereine mit bis zu fünf fest angestellten Mitarbeitern können Zusatz- oder Aushilfskräfte mit Vouchern bezahlen. Dazu müssen sie ein Konto beim INPS einrichten.

Die jährliche Höchstgrenze an Entgelt, das über Voucher eingenommen werden darf, liegt für den Gelegenheitsjobber bei insgesamt 5.000 Euro im Jahr. (Studenten unter 25 Jahren, Arbeitslose oder Rentner dürfen bis 6.600 Euro jährlich verdienen.)
Wichtig: Es dürfen nur maximal 2.500 Euro jährlich pro Arbeitsstelle verdient werden.

Im Unternehmen

Der zu entrichtende Mindestlohn liegt für Betriebe und Vereine bei 9 Euro je Stunde. Zuzüglich aller Abgaben steigen die Kosten auf rund 12 Euro. Zu beachten ist, dass einem Mitarbeiter die Entlohnung von vier Stunden am Tag zusteht. Ob er solange gearbeitet hat, oder nicht.

Hilfe im Familiären Bereich

Für die Unterstützung im familiären Bereich müssen Familien als Arbeitgeber sich beim INPS ein so genanntes libretto famiglia besorgen. Darin wird die gelegentliche Beschäftigung dokumentiert. Der Jobber kann mit Vouchern über jeweils 10 Euro entlohnt werden, wovon ihm netto rund 8 Euro bleiben. Der Rest geht in Renten- und Arbeitsunfallversicherung.

Wie bisher ist Gelegenheitsarbeit steuerfrei und deshalb in der Steuererklärung nicht anzugeben.

Genaueres zum Thema gibt es auf INPS.it
Gesetzestext: Decreto legge 24 aprile 2017

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Bezahlung von Gelegenheitsjobs mit Vouchern nur noch bis Ende 2017

Der italienische Senat hat abgestimmt und die Bezahlung von Gelegenheitsarbeit über Voucher abgeschafft. Arbeitgeber konnten neue Voucher noch bis Ende März erstehen und bis Ende 2017 zur Bezahlung nutzen. (Die einschlägigen „Babysitter-Voucher“ vom INPS sind ausgenommen, sie bleiben weiter bestehen.)

Bis zum 31.12.2017 können bestehende Voucher noch in Tabakladen, Post und Co. eingelöst werden.

Im Juli soll ein neues Gesetz die Entlohnung von Gelegenheitsarbeiten regeln.

Quelle: pmi

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Anerkennung deutscher Studien- und Berufsabschlüsse in Italien

Für meine Jobs in Italien waren die deutschen Zeugnisse von Schule, Uni und Arbeitgebern immer ausreichend. Für manche Auswanderer kann es aber notwendig sein, den deutschen Studien- und/oder Berufsabschluss offiziell anerkennen zu lassen.

Wann benötigt man eine offizielle Anerkennung?

Unabhängig davon, dass eigentlich jeder italienische Arbeitgeber die entsprechenden Zeugnisse des Bewerbers in Übersetzung wünschen könnte, gibt es in Italien eine Reihe geschützter Berufe (Professioni regolamentate), die streng nach gesetzlicher Norm behandelt werden und für deren Ausübung man den entsprechenden Nachweis benötigt.

Dazu gehören nicht nur Berufe wie Arzt oder Architekt, sondern beispielsweise auch Journalist, Skilehrer und Touristenführer. (Hier eine Liste geschützter Berufe in Italien, Stand 2014 und hier ein Leitfaden mit weiteren Infos auch zu den Dokumenten und den Anerkennungsverfahren.)

Tipps: Das CIMEA veröffentlicht wichtige Informationen zu Anerkennungsfragen auf seiner Homepage, hilft aber auch, die entsprechenden Ansprechpartner für eine Anerkennung akademischer Abschlüsse zu finden. Eine Hilfe zur Problemlösung bei schwierigen Fällen bietet das Online – Netzwerk „Solvit“

Wer ist zuständig?

Grundsätzlich zuständig für eine Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse in Italien sind die italienischen Behörden. Die deutsche Botschaft Rom stellt auf Anfrage die entsprechende Adresse des Ministeriums bzw. derjenigen Behörde zur Verfügung, die für den jeweiligen Fall zuständig ist. Hier gibt es schon einmal eine allgemeine Liste.

Übersetzung

Um von der jeweiligen italienischen Stelle anerkannt werden zu können, muss das Zeugnis ins Italienische übersetzt worden sein, am besten direkt von einem vereidigten Übersetzer (zum Beispiel hier zu finden).

Als Deutscher an die italienische Schule oder Uni

Für Schulzeugnisse sollte man noch in Deutschland eine Rechtswerterklärung (Dichiarazione di Valore) bei der für den deutschen Wohnort zuständigen italienischen Auslandsvertretung (Botschaft, Generalkonsulat) anfertigen lassen. Hier eine Liste mit Adressen der zuständigen italienischen Auslandsvertretungen.

Wer an einer italienischen Uni (weiter)studieren möchte, benötigt die Rechtswerterklärung seiner Hochschulzugangsberechtigung und kontaktiert für weitere Nachweise bzw. die örtliche Prozedur die Uni, an der er letztlich studieren wird. Einen ersten Überblick, was normalerweise vorzulegen ist, gibt es hier.

Sonderfall: Öffentliche Ausschreibungen (concorsi pubblici)

Bei öffentlichen Ausschreibungen wird normalerweise ein Certificato di Equivalenza für ausländische Abschlüsse verlangt. Das Antragsformular sowie weitere Informationen gibt es hier.

 

Quellen und weitere Informationen
provinz.bz.it
europa.eu
cimea.it
ec.europa.eu/growth/tools-databases

 

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Mutterschutz, Elternzeit, Stillpausen, Kündigungsschutz – Was steht Arbeitnehmerinnen in Italien zu?

Der obligatorische Mutterschutz („congedo di maternità“) in Italien beginnt zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin und endet drei Monate nach dem tatsächlichen Tag der Geburt. Falls das Kind früher auf die Welt kommt, werden die fehlenden Tage zum errechneten Geburtstermin angehangen.
Werdende Mütter, denen es gesundheitlich sehr gut geht, können auch das Model “ein Monat vor der Geburt und vier Monate nach der Geburt” wählen. In diesem Fall muss ein ärztliches Attest des behandelnden Arztes vorliegen.

Mutterschutz beantragen

Der Antrag wird vor Beginn des Mutterschutzes online beim INPS (Istituto Nazionale per la Previdenza Sociale, dt. Nationale Sozialversicherungsanstalt) gestellt. Neben dem Onlineantrag muss sich die werdende Mutter auch zum zuständigen INPS Büro begeben, um die vom Arzt ausgestellte Bescheinigung des errechneten Geburtstermins (im Original und in einem verschlossenen Umschlag) einzureichen. Erst dann wird der Antrag bearbeitet und die ersten zwei (bzw. der erste) Monate bewilligt.

Während des Mutterschutzes steht der Angestellten ein Mutterschutzgeld in Höhe von 80% des Bruttogehaltes zu. Dieser Betrag wird auf der Basis des letzten Monatsgehaltes vor dem Mutterschutz errechnet. Das Geld wird vom Arbeitgeber überwiesen. Er bekommt es anschliessend vom INPS erstattet.

Nach der Geburt (innerhalb von 30 Tagen) muss über das Onlinesystem das Geburtsdatum und die Daten des Kindes durchgegeben und das „certificato di assistenza al parto“, das man im Krankenhaus erhält, angehangen werden. Daraufhin werden die fehlenden drei (bzw. vier) Monate bewilligt.

Elternzeit und Elterngeld

Nach dem Mutterschutz haben Eltern in Italien die Möglichkeit „congedo parentale“ (Elternzeit) zu beantragen (bis zum 12. Geburtstag des Kindes möglich). Sowohl Mutter als auch Vater können Elternzeit beantragen. Man hat maximal ein Recht auf 10 bzw. 11 Monate (im Fall, dass der Vater mindestens drei Monate Elternzeit nimmt). Für die Aufteilung dieser Monate zwischen Mutter und Vater gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Mutter hat jedoch maximal auf sechs Monate Anspruch. Des Weiteren besteht die Möglichkeit die Elternzeit stundenweise oder auch gemeinsam zu nehmen.
Elterngeld (30% des Bruttogehaltes) gibt es für maximal sechs Monate. Anspruch auf dieses Elterngeld hat man aber nur, wenn das Kind nicht älter als sechs Jahre ist (bzw. acht Jahre, bei geringen Gehalt).
Den Antrag stellt man auch auf der Internetseite des INPS.
Falls man diesen Weg nicht wählen möchte, kann man sich auch an die Telefonhotline des INPS (Nr. 803164) oder an ein „patronato“ (Arbeitnehmerorganisation, die Arbeitnehmern in Sozialversicherungsfragen kostenlos hilft) wenden.

Mutterschutz und Elternzeit stehen der Angestellten auch bei einer Adoption oder bei einer Pflegschaft von Minderjährigen zu.

Falls eine Mutter nach dem Mutterschutz gleich die komplette Elternzeit in Anspruch nimmt und nicht noch sehr viel alten Urlaub hat, muss sie in der Regel vor dem ersten Geburtstag des Kindes wieder anfangen zu arbeiten. In dem Fall kann sie bis zum ersten Geburtstag des Kindes die „riposi per allattamento“ (Stillpausen) beantragen. Dies geschieht mit einem formlosen Antrag beim Arbeitgeber. Bei einer täglichen Arbeitszeit von sechs und mehr Stunden stehen der Arbeitnehmerin zwei Stunden am Tag zu, bei einer Arbeitszeit unter sechs Stunden ist es eine Stunde.
Diese Stillpausen werden zu 100% vom INPS bezahlt.

Eine Angestellte in Italien kann von Bekanntgabe der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes nicht gekündigt werden
(Ausnahme besteht nur in Extremfällen). Eine Mutter, die nach Ende der Elternzeit aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu ihrem Arbeitgeber zurückkehren kann oder will, hat die Möglichkeit Arbeitslosengeld zu beantragen. Dies geht, wenn die Kündigung vor dem ersten Geburtstag des Kindes geschieht und die Mutter die Voraussetzungen für das Arbeitslosengeld erfüllt. In diesem Fall spricht man von „dimissioni per giusta causa“ (Kündigung aus berechtigtem Grund).

Zur Vertiefung der angesprochenen Themen sind die folgenden Links sehr hilfreich:
congedo di maternità/ paternità: https://www.inps.it/portale/default.aspx?itemdir=5804
congedo parentale e riposi per allattamento: https://www.inps.it/portale/default.aspx?itemdir=5885