Bernardo Zannoni: Mein erstaunlicher Hang zu Fehltritten

Rezension eines wirklich guten Buches.

Ich lese weder Disney noch Fabeln besonders gerne. Deshalb dachte ich bei Klappentext erst, das würde nchts werden mit mir und dem Buch:

In einer kühlen Winternacht, inmitten von Bäumen und Hügeln, wird ein Steinmarder zusammen mit seinen Geschwistern geboren. Der Vater kam ums Leben, die Mutter muss die Jungen allein durchbringen. Archy ist schwach, daher wird er von seiner Mutter für eineinhalb Hühner an einen alten Fuchs verkauft. Sein neuer Herr, Fëdor, lebt auf einer Anhöhe und ist voller Geheimnisse. Und er ist im Besitz eines Buches, die er wie einen Schatz hütet.

Aber schon mit den ersten Sätzen ist klar: Das Buch ist etwas ganz besonderes und hat die vielen in Italien erhaltenen Preise vollkommen verdient.

Der Autor schafft es, mit einer kurzweiligen aber ernsten und nüchternen Erzählung, alle wichtigen Aspekte unserer Existenz und Gesellschaft anzupacken. Themen wie Armut und Verrohung, das „Recht“ des Stärkeren, Unbedachtheit und Verantwortung. Absehbare und unausweichliche Folgen unseres Handelns. Trauer und Unberührtheit. Für uns Schreckliches passiert und wir sehen: In einem anderen Kontext, einer alternativen Beschreibung, können wir nüchterner drauf gucken.

Überhaupt empfehle ich das Buch insbesondere allen Tierfreunden, Veganern und Menschen, die an Monsanto und Co verzweifeln. Und zwar deshalb, weil von dieser „tierischen“ Lesart von Vorkommnissen ein Trost ausgeht, der tief drinnen berührt.

Wer an dieser Welt zu verzweifeln oder gar zu zerbrechen droht, emotional oder geistlich, tut auf jeden Fall gut daran, der Lesart des Lebens von Bernardo Zannoni eine Chance zu geben.

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