Kategorien
Immobilien Recht Steuern

Neues zum Superbonus 110%: Bei Einfamilienhäusern ist Eile geboten!

Kategorien
Alltägliches Community Immobilien Institutionen Recht Steuern

Homeoffice mit Meerblick – Gibt es einen italienischen Zweitwohnsitz?

Kategorien
Job&Co Recht Steuern

In Italien für ein deutsches Unternehmen arbeiten? So klappt’s!

Kategorien
Institutionen Job&Co Recht Steuern

Selbständig in Italien: Mutterschutz beantragen

Auch Frauen, die als Selbständige in Italien arbeiten (Gestione Separata), haben das Recht, fünf Monate Mutterschutz in Anspruch zu nehmen und dabei einen prozentualen Anteil des Einkommens vom INPS erstattet zu kriegen.

In Italien sind pro Kind (das man selber bekommt, oder adoptiert) immer fünf Monate Mutterschutz vorgesehen. Zwei Monate vor errechnetem Geburtstermin, und drei Monate danach. Man kann alternativ auch einen Monat vor errechnetem Termin in Mutterschutz gehen und danach vier Monate Mutterschutz wahrnehmen. Wer dies tun möchte, muss es aber extra beantragen, und ein entsprechendes Attest vom Gynäkologen vorlegen, in dem bescheinigt wird, dass medizinisch nichts dagegen spricht.

Auch die Geldleistungen des INPS und deren Beantragung spalten sich in zwei Teile. Um den ersten Teil des Mutterschutzes in Anspruch nehmen zu können, muss man den entsprechenden Antrag zuerst online beim INPS stellen. Dort wird u.a. der erwartete Geburtstermin eingegeben. Mit der online erzeugten Vorgangsnummer geht es zum nächsten örtlichen INPS um den Antrag persönlich einzureichen.

Mitzubringen sind der Personalausweis und die Bestätigung des Frauenarztes über die Schwangerschaft und den errechneten Geburtstermin (erhält man beim entsprechenden Termin in der Untersuchung zum 6. Monat). Um in den Genuss des zweiten Teiles der Zahlungen zu kommen, muss man innerhalb von 30 Tagen nach der Geburt die Geburtsurkunde des Kindes beim INPS vorlegen.

Für den gesamten Zeitraum darf man keine Rechnungen stellen (man unterschreibt stattdessen, keinerlei Beschäftigung nachzugehen), und Kosten, die man sonst absetzen könnte, kann man bei der Steuererklärung über diesen Zeitraum ebenfalls nicht geltend machen.

Seltsamerweise wollen die Schalterbeamten des INPS auch immer die letzte Einkommensteuererklärung sehen (obwohl sie diese Daten auch im Rechner haben), aber nicht immer. Beim ersten Kind musste ich zum Beispiel noch alles vor und nach der Geburt beibringen, beim zweiten Kind mussten wir die Geburtsurkunde schon gar nicht mehr vorlegen und es reichte, den Codice Fiscale des Neugeborenen telefonisch durchzugeben, und die Zahlungen wurden angewiesen.

Was die Höhe des Mutterschutzes betrifft, darf man sich nicht auf die „offiziellen“ 80% des Durchschnittseinkommens im Vorjahreszeitraum verlassen. Denn wie oft wir bei beiden Kindern auch nachgerechnet haben: Man kann die Abrechnung nicht nachvollziehen. Auch „unsere“ Sachbearbeiterin beim INPS konnte uns nichts dazu sagen. Sie meinte, es würden jährlich wechselnde komplizierte Formeln zugrunde gelegt, und kein Mensch wüsste, warum welcher Betrag ausgegeben würde. Im Endeffekt habe ich an Mutterschutz-Zahlungen niemals 80% des Einkommens vom INPS ausgezahlt bekommen, sondern bei der ersten Schwangerschaft etwa 50% und bei der zweiten nur noch 30%. Und dies jeweils mit erheblicher „Verspätung“, und nicht etwa zeitnah oder in monatlichen Raten. Es ist also unbedingt anzuraten, sich nicht ohne einen finanziellen Puffer in Mutterschutz zu begeben.

Update 2018:

Das Finanzamt hat für mein Mutterschaftsgeld Sozialbeiträge nachgefordert und ein Bußgeld verhängt. Ich war damit nicht einverstanden und habe mich an „unseren“ Dr. Resch gewendet. Er hat mir gesagt, dass es tatsächlich so ist, dass hier seitens des INPS ein Fehler vorliegt, der auch schon hinreichend bekannt ist. Er ist nun leider „im System“ und man muss sehen, dass man ihn mit einem Sachbearbeiter beim Finanzamt geklärt bekommt. Dieses Dokument sollte ich mit zum Finanzamt nehmen, wenn ich dort vorstellig werde.

Dr. Resch hat den Sachverhalt nochmal zusammengefasst:

Das Mutterschaftsgeld und die Sozialversicherung

Während das Mutterschaftsgeld den Arbeitnehmerinnen vom Arbeitgeber zu Lasten des Sozialversicherungsinstitutes INPS direkt ausgezahlt wird, besteht für selbständige Empfängerinnen keine Möglichkeit, das Mutterschaftsgeld in der Steuererklärung, von den Sozialversicherungsbeiträgen auszuklammern. Im Falle dass Mutterschaftsgeld-Empfängerinnen eigenmächtig für das Mutterschaftsgeld keine Sozialversicherungsbeiträge einzahlen, wird die Steuererklärung von der Einnahmenagentur automatisch dahingehend korrigiert und die Sozialversicherungsbeiträge werden zuzüglich einer Verwaltungsstrafe nachverlangt. Dieser Widerspruch und diese ungleiche Behandlung der abhängigen und der selbständigen Mutterschaftsgeld-Empfängerinnen in Zeiten der sinkenden Geburtenraten muss allerdings in einem aufwendigen und fragwürdigen Onlineverfahren CIVIS oder vor einem einsichtigen Funktionär in der Einnahmenagentur geltend gemacht und von diesem korrigiert werden.

 

 

Kategorien
Alltägliches Steuern

Steuerkolumne: Nach Italien auswandern und das deutsche Bankkonto behalten

In der Redaktion von italien inside laufen immer wieder Leser-Fragen auf. Hier beantwortet Steuerberater Dr. Bernhard Resch eine Auswahl.

1) Kann ich meine deutschen Bankkonten beim Auswandern nach Italien behalten?

Natürlich können Sie Ihre deutschen Bankkonten beim Auswandern nach Italien behalten. Es ergibt sich vielmehr die Frage, ob Sie überhaupt in Italien ein Bankkonto brauchen. Auf alle Fälle ist es mit Kosten verbunden, die Sie genau abschätzen sollten. Sie können in Italien überall mit Ihrer deutschen Bankomatkarte bezahlen. Auf alle Fälle haben Sie mehr Überblick, wenn Sie nicht zu viele Bankkonten haben. Ihre wohnungsgebundenen Dienstleistungen wie Strom, ENEL-, Gas- und Wasserrechnungen können Sie sich auf Ihr Hausbank domizilieren lassen, dh. Diese Rechnungen werden auf Wunsch automatisch von Ihrem Bankkonto in Deutschland abgebucht. Nur Steuern müssen Sie mit dem Formular F24 über italienische Banken einzahlen. Deshalb biete ich diese Dienstleistung vielen Kunden an, welche die Steuern über mein Bankkonto einzahlen.

2) Was muss ich wo angeben, um alles gesetzeskonform zu machen?

Wenn Sie in Italien eine Wohnung haben, dann sind Sie zur Einzahlung der am 16. Juni und am 16. Dezember fälligen Liegenschaftssteuer IMU verpflichtet, es sei denn Sie sind in Italien ansässig und müssen die Ansässigkeit (residenza) besitzen oder erst beantragen, dann sind Sie von der Liegenschaftssteuer IMU befreit. Dann sind Sie Sie aber zur Erklärung und Versteuerung Ihres Welteinkommens und Vermögens in Italien verpflichtet, mit Ausnahme der Rente die Sie aus Deutschland bekommen und dort auch versteuern.

3) Bin ich für die Zinserträge in Deutschland oder Italien steuerpflichtig?

Wenn Sie in Italien ansässig sind, dann müssen Sie natürlich auch die Zinserträge in Italien versteuern.

4) Wie hoch sind die Steuern und wo gebe ich die an?

Die Steuersätze gehen von 5 % für Mindestunternehmen unter ganz bestimmten Voraussetzungen bis 43 % je nach Einkommen. Die Einkommen und Steuern müssen natürlich in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

5) Wenn ich die Steuern nur in Italien bezahle, muss ich meine deutsche Bank oder den deutschen Fiskus informieren?

Ihre Deutsche Bank interessiert es nicht, wo Sie Steuern bezahlen. Wenn Sie nicht mehr in Deutschland ansässig sind, dann müssen Sie natürlich in Deutschland Ihren Hauptwohnsitz abmelden.

6) Wie ist es eigentlich mit anderen Vermögenswerten wie Immobilien etc.?

Alle in Italien ansässigen Personen müssen ihr bewegliches und unbewegliches Vermögen im Ausland erklären und mit 2 Promille versteuern. Giro- und Sparkonten im Ausland werden allerdings nur mit 34,00 Euro pro Konto über 5.000,00 Euro versteuert.

Dr. Bernhard Resch hat in Wien zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften promoviert und in London, München und Zürich Betriebspraktika absolviert. Nach der Ausbildung zum Gemeindesekretär war er als Verwaltungsrat in der Autonomen Provinz Bozen und dann als Vizedirektor des Steueramtes in Bozen tätig. Seit 1981 arbeit er in Bozen als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Mediator.
Kontakt: Tel: 0039 0471266316 studio@reschbernhard.it Homepage

Kategorien
Alltägliches Job&Co Steuern

Steuerkolumne: In Italien als Freiberufler einsteigen

In der Redaktion von italien inside laufen immer wieder Leser-Fragen auf. Hier beantwortet Steuerberater Dr. Bernhard Resch eine Auswahl.

Ich bin letzten Oktober von Deutschland nach Italien gezogen. Ich bin Freiberufler und muss mich jetzt in Italien steuerlich registrieren. Wie stelle ich das am besten an? Ich wäre für jeden Tip dankbar.
Lieben Gruß,
Soryonne

Sehr geehrte Frau Soryonne,
Wenn Sie in Italien eine Wohnung mieten oder kaufen, dann brauchen Sie eine Steuernummer (codice fiscale).
Wenn Sie als Freiberuflerin Rechnungen ausstellen wollen, dann brauchen Sie eine Mehrwertsteuernummer. Um diese Mehrwertsteuernummer zu bekommen, müssen Sie genau angeben, was sie machen, weil jede Tätigkeit einen eigenen Tätigkeitscode hat.
Wenn sie Ihre freiberufliche Tätigkeit ausüben, dann müssen Sie sich auch in die Sozialversicherungsanstalt INPS eintragen. Ärzte, Anwälte, Psychologen usw. haben natürlich zusätzlich ihre eigenen Berufskammern.
Wenn Sie ständig in Italien bleiben, dann müssen Sie natürlich auch die Ansässigkeit (residenza) bei der Gemeinde beantragen.

Das wären so die ersten Schritte, welche ein Freiberufler in Italien unternehmen muss.

Dr. Bernhard Resch hat in Wien zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften promoviert und in London, München und Zürich Betriebspraktika absolviert. Nach der Ausbildung zum Gemeindesekretär war er als Verwaltungsrat in der Autonomen Provinz Bozen und dann als Vizedirektor des Steueramtes in Bozen tätig. Seit 1981 arbeit er in Bozen als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Mediator.
Kontakt: Tel: 0039 0471266316 studio@reschbernhard.it Homepage