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Alltägliches Homeschooling Recht Schule

Homeschooling und das obligatorische Jahresexamen

Vorab: Die Bildungspflicht in Italien gilt nur für Menschen im Alter von sechs bis sechzehn Jahren. Auf den Besuch von Kindergarten und Vorschule kann man also komplett verzichten, ohne sich irgendwo melden oder verantworten zu müssen.

Für alle Kinder und Jugendlichen, die unter den mehreren tausend sind, die in Italien ganz legal auf den Besuch einer Schule verzichten um sich zu bilden, gibt es aber schon seit dem aktuell laufenden Schuljahr zwei wichtige Neuerungen. Erstens gibt es für sie nun die Pflicht, am Ende eines jeden Schuljahres für eine Abschlussprüfung als Externe an einer anerkannten Schule vorstellig zu werden.

“In caso di istruzione parentale, i genitori dell’alunna o dell’alunno, della studentessa o dello studente, ovvero coloro che esercitano la responsabilità genitoriale, sono tenuti a presentare annualmente la comunicazione preventiva al dirigente scolastico del territorio di residenza. Tali alunni o studenti sostengono annualmente l’esame di idoneità per il passaggio alla classe successiva in qualità di candidati esterni presso una scuola statale o paritaria, fino all’assolvimento dell’obbligo di istruzione.” (DECRETO LEGISLATIVO 13 aprile 2017, n. 62, das Gesetz trat im Mai 2017 in Kraft.)

Zweitens muss zu dieser Prüfung der gültige Impfpass vorgelegt werden.

Soweit die neuen gesetzlichen Anforderungen. Zur konkreten Umsetzung gibt es für beide Neuerungen noch keine wirklich klaren Ansagen und stattdessen viel Unklarheit. Aber auch Schlupflöcher, sie zu umgehen. In diesem Artikel geht es um die allgemeine momentane Lage, was Punkt 1 betrifft: Das jährliche Examen an einer Schule für Kinder, die zu Hause lernen.

Infos für „Schüler“, die kein jährliches Examen an einer anerkannten Schule machen wollen

Das Gesetz (siehe oben) sieht ein jährliches Examen für Homeschooler vor – geht aber nicht auf Sanktionen ein oder was passiert, wenn es von einer Familie gebrochen wird. Es wird demnach davon ausgegangen, dass ein Nicht-Vorstellig-Werden des Kindes zur Prüfung als ein Vernachlässigen der Bildungspflicht (Art. 731 im Codice Penale)  gesehen wird.  Das wird in Italien bislang mit einer Geldstrafe bis 30 Euro sanktioniert. Wer Eltern im Falle der Nichtausübung der Bildungspflicht ihrer Kinder sanktionieren kann, ist übrigens nicht das Schulamt oder eine andere Behörde, sondern einzig und allein der zuständige Bürgermeister.

Es haben nicht wenige Anwälte Zweifel an der korrekten Auslegung des Gesetzes in der Praxis angemeldet und scheinbar haben sich viele Familien, vor allem mit Kindern in Weiterführenden Schulen, deshalb dazu entschieden, sich erst einmal keinen Druck machen zu lassen, sondern die Prüfung zu verweigern.

Dazu hat das Netzwerk controscuola ein paar Tipps erarbeitet:
1) Die Familien kommuniziert wie gehabt jedes Jahr aufs Neue und fristgerecht an das zuständige Schulamt, dass das Kind nicht die Schule besuchen wird, sondern zuhause unterrichtet. Es wird empfohlen, dazu eigene (bzw. von Elterninitiativen herausgegebene) Formulare zu nutzen und nicht etwaige von der Schule herausgegebene, um nicht aus Versehen zu unterschreiben, dass das Kind das jährliche Examen machen wird. Stattdessen wird auch – falls man zu einem Gespräch im Schulamt vorgeladen wird – besser nicht auf das Thema „Jahresabschlussexamen“ eingegangen.
2) Es wird empfohlen, nicht von selber in Sachen Jahresexamen aktiv zu werden, sondern zu warten, bis sich das Schulamt deshalb meldet.
3) Wenn dem Schulamt bis zum 30 April nichts von den Eltern bezüglich Jahresabschlussexamen vorliegt, sollte es ein Einschreiben an sie schicken, in dem zum Examen eingeladen wird und der Zeitpunkt bekannt gegeben.
4) Die Familie antwortet nicht auf das Einschreiben. Das wird von der Behörde nicht unbedingt als Machtprobe ausgelegt sondern beschleunigt einfach für alle Seiten den Dienstweg. Der ist nämlich der zum Bürgermeister, der letztlich weiter entscheiden wird.
5) Am Prüfungstag bleibt der Prüfling zu Hause. Das Schulamt informiert dann den Bürgermeister über die Abwesenheit des „Schülers“ im Sinne der Nicht-Ausübung der Bildungspflicht seitens der Eltern.
6) Der Bürgermeister schickt den Eltern daraufhin ein Einschreiben. Er kann auch – aber muss nicht – einen Sozialdienst (Assistente Sociale, Jugendamt) einschalten . Es passiert häufig, dass das Schulamt den Bürgermeister übergeht und direkt Sozialdienst/Jugendamt einschaltet. Das ist allerdings gesetzeswidrig – und hier empfiehlt sich natürlich, einen Anwalt hinzuzuziehen und zu klagen.

Es schimmert bei allen Diskussionen und „Tipps & Tricks“ in Netzwerken und bei Eltern-Zusammenkünften immer durch, dass diese ganze Prozedur zwar ganz einfach und unspektakulär ist, aber dann haben doch alle einen Anwalt an der Seite, der bei den Formalitäten hilft und berät, welche Kommunikation wann ignoriert werden kann oder gemacht werden sollte. Das wahrscheinlich auch, weil die Lage von Schulamt zu Schulamt und Bürgermeister zu Bürgermeister stark variieren kann.

… und wenn man das Examen aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen kann?

Wer sich zum festgelegten Prüfungstermin krank meldet, wird zu einem anderen Termin erneut vorgeladen werden.

Auch bei behinderten Homeschoolern ist das jährliche Examen zwingend vorgesehen. Hier ist übrigens doppelt Vorsicht im Umgang mit der Behörde zu geboten: Gerade in Bezug auf behinderte Schüler ist es oft schwierig für Eltern, sich durchzusetzen, wenn sie lieber zu Hause unterrichten (lassen) möchten. Es wird nämlich gemeinhin davon ausgegangen, dass sie dazu gar nicht in der Lage sind, sondern es besser für den Schutzbefohlenen ist, die staatlich vorgesehenen Hilfen zur Inklusion in einer Regelschule zu nutzen. Hier ist also besonders abzuwägen, ob die Prüfungsverweigerung sinnvoll sein kann.

In folgendem Artikel wird nun erklärt, wie die obligatorische Prüfung funktioniert: Was ist zu erwarten, wie wird sie durchgeführt, wo muss man wann vorstellig werden, wenn man sie gern durchführen möchte und – – – kann man durchfallen???

Quellen und weitere Infos:
www.gazzettaufficiale.it
www.controscuola.it
www.educazioneparentale.org

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Bücher Schule

Alternative Schulen in Italien

In Italien gibt es immer mehr Parallelangebote zum staatlichen Schulsystem. Von Montessori & Steiner über die kleine Schule im Wald hin zu „scuoline“, die oft von Eltern direkt organisiert sind und gerne als Alternative für Home- und Unschooling eingesetzt werden. Die Schulen sind über ganz Italien verteilt, sehr individuell, und nicht zentral organisiert, so dass es schwierig sein kann, die passende „Realität“ für sein Kind zu finden.

Der Verlag Terra Nuova Edizioni hat im Juli die 4. Auflage seiner Übersicht über diese alternativen Schulen herausgegeben. Nach Regionen sortiert, werden sie einzeln vorgestellt – mit den Daten der entsprechenden Kontaktpersonen vor Ort und individuell gehaltenen Beschreibungen der Organisation, der Vision und der Inhalte.

Das fast 180 Seiten starke Buch ist als eBook oder PDF kostenlos beim Verlag erhältlich. Hier geht es zum Download.

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Alltägliches Institutionen Schule

Sekundarstufe II (scuola secondaria di II grado)

Im zweiten Schulzyklus besuchen die Schüler eine scuola secondaria di II grado (veraltet scuola superiore).
Nach dem Bestehen des ersten esame di stato stehen die Schüler vor der Frage, wie es weiter gehen soll. Im zweiten Schulzyklus stehen ihnen verschiedene Wege offen. Bei der Entscheidungsfindung kann folgende Seite sehr hilfreich sein: www.orientamentoistruzione.it.

Das Anmelden für eine scuola secondaria di II grado erfolgt wie bei der Grundschule und Sekundarstufe I online unter folgendem Link www.istruzione.it (im Januar/Februar).

Zum einen kann man ein liceo (Gymnasium) besuchen. Hier hat man die Wahl zwischen sechs verschiedenen :
liceo artistico (Schwerpunkt: Design, Graphik, Bühnenbild, Architektur, Multimedia, bildende Kunst)
liceo classico (Schwerpunkt: klassische Kulturen, Latein, Griechisch)
liceo delle scienze umane (Schwerpunkt: Pädagogik, Soziologie, Psychologie)
liceo linguistico (Schwerpunkt: Fremdsprachen)
liceo musicale e coreutico (Schwerpunkt: Musik und Tanz)
liceo scientifico (Schwerpunkt: Mathematik, Physik, Naturwissenschaften)

Die Zeit am liceo ist in drei Abschnitte untergliedert (2x zwei Jahre und 1x ein Jahr). Abgesehen von ein paar Ausnahmen haben die Schüler im ersten Abschnitt 27 Wochenstunden und in den beiden folgenden 30 Wochenstunden. Am Ende des fünften Jahres wird das zweite esame di stato (veraltet: esame di maturità, dt. Abitur) abgelegt. Mit dem diploma di istruzione liceale kann man sich an einer Universität einschreiben.

Neben den licei gibt es die istituti tecnici (Fachoberschulen). Diese praxisnahen Schulen sind in zwei Sektoren und elf Richtungen untergliedert.

Istituto Tecnico Tecnologico (technologische Fachoberschule)
Agraria, Agroalimentare e Agroindustria (Agrawissenschaft, Agra- und Ernährungswissenschaft, Agraindustrie)
Informatica e Telecomunicazioni (Informatik und Telekommunikation)
Grafica e Comunicazione (Grafik und Kommunikation)
Chimica, Materiali e Biotecnologie (Chemie, Werkstoffkunde, Biotechnologie)
Sistema moda (Mode)
Trasporti e Logistica (Transport und Logistik)
Costruzioni, Ambiente e Territorio (Bauwesen, Umwelt und Raumplanung)
Meccanica, Meccatronica ed Energia (Mechanik, Mechatronik, Energie)
Elettronica ed Elettrotecnica (Elektronik und Elektrotechnik)

Istituto Tecnico Economico (wirtschaftliche Fachoberschule)
Amministrazione, Finanza e Marketing (Betriebswirtschaft)
Turismo (Tourismus)

Die fünfjährige Ausbildung an den Fachoberschulen ist, wie die an den Gymnasien, in drei Abschnitte aufgeteilt (2x zwei Jahre und 1x ein Jahr). Der erste Abschnitt gibt den Schülern ein allgemeines Basiswissen. In den folgenden zwei Abschnitten wird hingegen verstärkt das jeweilige Fachwissen gelehrt. Die Zahl der Unterrichtsstunden beträgt 32 (60 Minuten) in der Woche. Am Ende wird auch hier das esame di stato abgelegt. Die Schüler erhalten dann das diploma di istruzione tecnica. Anschließend kann man eine Universität, einen weiterführenden Kurs (corsi dell’istruzione (e formazione) tecnica superiore, ITS und IFTS) besuchen oder direkt arbeiten.

Des Weiteren gibt es die istituti professionali (Berufsschulen). Auch dieser Schultyp hat zwei Sektoren und sechs Richtungen:

settore servizi (Sektor der Dienstleistungen)
Servizi per l’enogastronomia e l’ospitalità alberghiera (Gastronomie und Hotellerie)
Servizi socio-sanitari (Soziales und Gesundheit)
Servizi commerciali (Handel)
Servizi per l’agricoltura e lo sviluppo rurale (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

settore industriale e artigianale (Sektor der Industrie und des Handwerks)
Produzioni industriali e artigianali (industrielle und handwerkliche Produktion)
Manutenzione e assistenza tecnica (technische Wartung und Assistenz)

Die Berufsschulen sind ebenfalls in drei Abschnitte (2x zwei Jahre und 1x ein Jahr) aufgeteilt. Die Wochenstundenzahl beträgt 32 (60 Minuten). Nach dem esame di stato erhält man sein diploma di istruzione professionale. Mit diesem Abschluss kann eine Universität oder ein corso dell’istruzione (e formazione) tecnica superiore (ITS und IFTS) besucht werden bzw. vor allem ins Berufsleben eingestiegen werden.

Um dieses Thema zu vertiefen empfehle ich die folgenden Links:
www.istruzione.it
archivio.pubblica.istruzione.it
www.istruzione.it/esame_di_stato

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Alltägliches Institutionen Schule

Grundschule und Sekundarstufe I

Nach der dreijährigen Kindergartenzeit (von 3 bis 6 Jahren), die in Italien nicht obligatorisch ist, fängt die Schulzeit an.
Der erste Schulzyklus (primo ciclo di istruzione) ist in zwei Abschnitte untergliedert:
Grundschule (scuola primaria, oder veraltet, aber noch in aller Munde scuola elementare)
Sekundarstufe I (scuola secondaria di primo grado, oder veraltet, aber auch noch in aller Munde scuola media).

Die Grundschule

Die Grundschulzeit, die fünf Jahre geht, beginnen Kinder in Italien mit sechs bzw. mit noch fünf Jahren. Der Stichtag ist der 31. Dezember. Kinder, die bis zum 30. April des folgenden Jahres sechs Jahre alt werden, können ebenfalls auf fakultativer Basis angemeldet werden.

Welche Schule?
Es gibt staatliche (kostenlos) und private Grundschulen, z.B. katholische Schulen, Montessori Schulen, Waldorfschulen und internationale Schulen.
Um die richtige Schule für seinen Nachwuchs zu finden, sollte man das Angebot der Open Days wahrnehmen. Hier kann man nach einer Präsentation und einem Schulrundgang auch direkt mit Lehrern sprechen. Diese Tage der offenen Tür finden in der Regel im Januar statt. Auch die Internetseiten der Schulen können schon einige Fragen beantworten.
Jede Schule hat einen eigenen P.T.O.F. (Piano triennale dell’offerta formativa). Eltern können sich anhand dieses dreijährigen Bildungsplanes über die Schule im Allgemeinen, über das Lehrangebot, die Ziele und Projekte informieren.

Die Schulanmeldung
Die Anmeldung für die staatlichen Grundschulen erfolgt online unter folgendem Link www.istruzione.it.
Über den Zeitraum der Anmeldung informiert das Ministerium für Bildung, Universität und Forschung (Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca, kurz MIUR) mit Hilfe von Fernsehspots, Aushängen und Infoblättern.
Für das Schuljahr 2017 kann man seine Kinder vom 16.01.2017 bis zum 06.02.2017 anmelden.
Um sein Kind an einer privaten Schule einzuschreiben, muss man sich direkt bei der Schule über die Vorgehensweise der Anmeldung informieren.

Die Unterrichtsfächer
Es werden folgende Schulfächer unterrichtet:
lingua italiana (Italienisch)
matematica (Mathematik)
educazione fisica (Sport)
arte ed immagine (Kunst)
geografia (Geographie)
storia (Geschichte)
musica (Musik)
scienze (Wissenschaft)
tecnologia ed informatica (Technologie und Informatik)
religione cattolica (katholische Religion)/ attività alternative (alternative Aktivitäten)
lingua inglese (Englisch) oder Italienisch in deutschsprachigen Schulen in Südtirol

Wieviel Stunden?

Für die Grundschule gibt es verschiedene Modelle was die Unterrichtsstunden betrifft. Man kann zwischen 24, 27, 30 bzw. 40 Stunden wählen.
Aufgepasst, viele Schulen bieten nicht alle Stundenvarianten an!
Für viele Kinder ist die Ganztagsschule/ tempo pieno (40 Stunden, 10 Stunden davon sind Mensa/Pause) Realität.
Der Tagesablauf in der Grundschule (staatliche Ganztagsschule), in die mein Kind dieses Jahr kommt, sieht wie folgt aus:
8:30 Unterrichtsbeginn
10:30-10:45 Pause
12:30-14:30 Mittagessen und Pause
16:30 Schulschluss

Des Weiteren gibt es eine Randbetreuung (pre e post orario) am Morgen und am Nachmittag (7:30-8:25 und 16:30-18:00). Diese Betreuung übernimmt eine Kooperative und gehört somit nicht zur Schulzeit. In unserer Stadt sind die Kosten für die Randbetreuung folgende: 92,00 Euro im Jahr für die morgendliche Betreuung und 137,00 Euro jährlich für die am Nachmittag.
Des Weiteren bieten viele Städte auch einen Busservice an.
In der Regel findet der Unterricht von Montag bis Freitag statt. Es gibt jedoch auch Schulen, die die Stunden auf sechs Tage verteilen. In diesen Fällen gehen die Kinder auch am Samstag in die Schule.

Mensa
Das Mittagessen wird in der Regel von der Stadt organisiert und von einem Catering zubereitet. Das warme Mittagessen, das aus zwei Gängen plus Obst oder Nachtisch besteht, kostet je nach Stadt unterschiedlich viel. In unserer Stadt (die im Vergleich zu anderen recht teuer ist) kostet das Mittagessen pro Tag zwischen 2,00 Euro und 6,00 Euro je nach Einkommens- und Vermögenslage der Familie. Um nicht den Höchstbetrag zahlen zu müssen, muss man eine Kopie des aktuellen ISEE Bescheids (siehe Artikel) im Bürgerbüro abgeben.

Kinder, die die Ganztagsschule besuchen, haben in der Regel keine Hausaufgaben unter der Woche. Für das Wochenende hingegen gibt es ein paar Aufgaben zu lösen.

Die Kinder werden in der Regel von zwei bis vier Lehrern unterrichtet (ein Lehrer für Italienisch plus weitere Fächer/ ein Lehrer für Mathematik plus weitere Fächer/ ein Religionslehrer/ ein Englischlehrer). Kinder mit Handicap haben oft eine/n insegnante di sostegno (Förderlehrer/in) für eine gewisse Stundenzahl in der Woche an ihrer Seite, je nach Grad der Behinderung.
Pro Grundschulklasse sind es zwischen 15 und maximal 26 Schüler. Falls eines der Kinder eine Behinderung hat dürfen nur maximal 20 Kinder in einer Klasse sein.


Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe I schliesst sich an die Grundschule an und geht drei Jahre. Sie schliesst den ersten Schulzyklus ab.
Das Anmelden für eine scuola secondaria di I grado erfolgt wie bei der Grundschule online unter folgendem Link www.istruzione.it (im Januar/Februar).

In der Sekundarstufe I kommt eine weitere Fremdsprache hinzu.
In diesem Abschnitt der Schullaufbahn sind 30 Unterrichtsstunden Pflicht. Je nach Schule können noch fakultative Stunden dazukommen. Zum Teil gibt es auch hier das Ganztagsmodell. Unsere scuola secondaria di I grado bietet 30 Unterrichtsstunden bzw. 32 für den musikalischen Zweig an.

In der Regel sind der staatliche Kindergarten, die Grundschule und die Sekundarstufe I in einem integrierten Gesamtschulzentrum (istituto comprensivo) zusammengefasst.

Am Ende der drei Jahre findet das erst esame di stato (staatliche Prüfung) statt. Mit dem Bestehen dieser Abschlussprüfung ist der Weg frei für den zweiten Schulzyklus.

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Alltägliches Institutionen Schule

Das italienische Schulsystem – Ein Überblick

Der Kindergarten (scuola d infanzia), der nicht obligatorisch ist, geht drei Jahre lang. (Alter: drei bis sechs Jahre). Es gibt Kindergärten, in denen die Kinder anziehen dürfen, was sie möchten, meistens müssen aber von den Eltern die typischen Kittelschürzen gekauft werden.

Die Grundschule (scuola primaria) dauert in Italien fünf Jahre. Anschließend folgt die scuola secondaria di primo grado ( Sekundarstufe I). Genaueres zu diesem ersten Schulzyklus wurde hier zusammengefaßt.

Danach können die Schüler im zweiten Schulzyklus zwischen den licei (Gymnasien), istituti tecnici (Fachoberschulen) und den istituti professionali (Berufsschulen) wählen, die jeweils nach 5 Jahren mit dem zentralen Abitur (esame di stato) abschließen. Hier Details dazu.

Um an der weiterführenden Schule mit der gewünschten Fachrichtung „studieren“ zu können, nehmen viele Schüler lange Fahrtzeiten in Kauf, denn Wenige haben das Glück, die passende Schule am eigenen Wohnort zu haben. Auf dieser Seite des Schulministeriums kann man das nächste Institut finden.

Das italienische Kultusministerium geht von einer zehnjährige „Bildungspflicht“ (von 6 bis 16 Jahren) aus (siehe Link).

Und bei Behinderung?

Für behinderte Kinder wird eine Integration in die normalen Schulen geboten, und man kann einen Hilfslehrer (insegnante di sostegno) beim Sozialamt beantragen, wenn das Kind während des Unterrichts eine eigene Betreuungsperson benötigt. Mehr zum Thema Inklusion hier.

Deutsche Schulen in Italien

In Mailand, Rom und Genua können Deutsche Schulen besucht werden, die auch gerne von italienischen Familien genutzt werden. Sie sind zwar von Deutschland aus teilfinanziert, aber als private Schulen dennoch nicht ganz billig. Im Jahr fallen je nach Schule 3.500 bis 4.500 Euro an. Beim Goethe-Institut gibt es eine Übersicht dazu.

Alternativ: Homeschooling

Die italienische Verfassung sieht keine allgemeine Schulpflicht vor, so dass Kinder zuhause unterrichtet werden können. Offizielle Zahlen gibt es wohl noch nicht, aber über 1.000 Familien sollen Ihre Kinder inzwischen von der Schule genommen oder nie dort angemeldet haben. Wer sich dafür interessiert, seine Kinder in Italien zu Hause zuhause zu unterrichten, kann hier etwas mehr zum Thema erfahren.
… und wer deutsches Lehrmaterial für seine Kinder sucht, kann es bei der „Auslandsschule“ des ILS kaufen.

Quellen:
www.istruzione.it
www.goethe.de

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Jobangebot Schule

(Grundschul-) LehrerIn für freie Schule in Toskana gesucht

Für eine freie, demokratische (Grund-)Schule in Montalcino in der Provinz von Siena wird eine (gut italienisch sprechende) LehrerIn gesucht.
Das Schulprojekt ist recht neu und wird privat organisiert. Die Kinder in der Grundschule sind momentan 11  (von 6 Jahre Bis 10 Jahre) in einer einzigen Klasse. Den Kindergarten besuchen 9 Kinder.
Die Schule ist auf dem Land, und es wird viel Outdoor Education gemacht.
Bei der Wahl der neuen MitarbeiterIn steht die akademische Laufbahn und – Bildung nicht im Vordergrund, sondern aufrichtiges Interesse an Kindern und dem alternativen „Erziehungs-“ Konzept.
>> kurze Geschichte zum Projekt mit den Kontaktdaten für die Bewerbung.
>> Präsentation der Schule
>> theoretische Hintergründe des Konzeptes.
Auf Youtube ansehen:
>> https://www.youtube.com/embed/9Z5Qv4hc-rI
>> https://www.youtube.com/embed/Rhd4NK01NM8
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Job&Co Newsticker Politik Schule

Schulreform – Tausende Lehrer in Ungewissheit

Die Lehrer, die sich im Rahmen der großen Schulreform zu zehntausenden für die Festanstellung beworben haben, werden am Morgen des 2. Septembers wissen, wohin die Reise geht. Damit läutet Renzi die Phase A des Gewaltaktes ein, in diesem Jahr 103.000 Lehrern zur Festanstellung zu verhelfen.

Zehn Tage haben sie dann Zeit, um den Posten anzunehmen oder abzulehnen. Tun sie letzteres, verlieren sie die bisher in ihrer Provinz gesammelten Punkte („Graduratoria“), die sie nach dem alten System Jahr für Jahr näher an die Festanstellung bringen sollten. Wer stattdessen das zentral organisierte Angebot annimmt, wird am 12., 13. und 14. September der entsprechenden Schule der neuen Heimatstadt zugeordnet werden. Am 15. September sollte auch eigentlich der Unterricht schon beginnen.

Währenddessen werden ab dem 8. September „schon“ die üblichen Aushilfslehrerposten auf Provinzebene verteilt.

Die Phase B der Reform verteilt sukzessive einen weiteren Schwung Lehramtsanwärter, diejenigen mit der höheren Punktzahl zuerst, auf die noch freigebliebenen Stellen. Und in der letzten Phase C werden dann Ende des Jahres den letzten Aushilfslehrern feste Stellen zugewiesen. Da im Norden mehr Festanstellungen angeboten werden, fürchten vor allem die Lehrer aus dem Süden die eine hohe Punktzahl haben, zuerst – und damit für sie ausschließlich – dort eine Anstellung angeboten zu bekommen, während diejenigen, die erst am Ende des Jahres ein Angebot erhalten werden, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, in einer der südlichen Provinzen ihren Job weiter ausüben zu können.

Quelle: La Repubblica (http://www.repubblica.it/scuola/2015/08/19/news/scuola_assunzioni-121256082/?ref=fbpr)

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Institutionen Job&Co Politik Schule

Unterrichten in Italien – Lehrer auf den Barrikaden

Wer mit Lehrern an italienischen Schulen spricht, denkt bald: Wow. Und ich dachte, mein Berufsalltag wäre eine Herausforderung.

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Alltägliches Gesundheitswesen Schule

Inklusion auf italienisch

Während man in Deutschland in letzter Zeit sehr viel über die geplante Inklusion behinderter Schüler in „normale“ Klassen spricht, ist das in Italien schon längst Gang und Gäbe.