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Sekundarstufe II (scuola secondaria di II grado)

Im zweiten Schulzyklus besuchen die Schüler eine scuola secondaria di II grado (veraltet scuola superiore).
Nach dem Bestehen des ersten esame di stato stehen die Schüler vor der Frage, wie es weiter gehen soll. Im zweiten Schulzyklus stehen ihnen verschiedene Wege offen. Bei der Entscheidungsfindung kann folgende Seite sehr hilfreich sein: www.orientamentoistruzione.it.

Das Anmelden für eine scuola secondaria di II grado erfolgt wie bei der Grundschule und Sekundarstufe I online unter folgendem Link www.istruzione.it (im Januar/Februar).

Zum einen kann man ein liceo (Gymnasium) besuchen. Hier hat man die Wahl zwischen sechs verschiedenen :
liceo artistico (Schwerpunkt: Design, Graphik, Bühnenbild, Architektur, Multimedia, bildende Kunst)
liceo classico (Schwerpunkt: klassische Kulturen, Latein, Griechisch)
liceo delle scienze umane (Schwerpunkt: Pädagogik, Soziologie, Psychologie)
liceo linguistico (Schwerpunkt: Fremdsprachen)
liceo musicale e coreutico (Schwerpunkt: Musik und Tanz)
liceo scientifico (Schwerpunkt: Mathematik, Physik, Naturwissenschaften)

Die Zeit am liceo ist in drei Abschnitte untergliedert (2x zwei Jahre und 1x ein Jahr). Abgesehen von ein paar Ausnahmen haben die Schüler im ersten Abschnitt 27 Wochenstunden und in den beiden folgenden 30 Wochenstunden. Am Ende des fünften Jahres wird das zweite esame di stato (veraltet: esame di maturità, dt. Abitur) abgelegt. Mit dem diploma di istruzione liceale kann man sich an einer Universität einschreiben.

Neben den licei gibt es die istituti tecnici (Fachoberschulen). Diese praxisnahen Schulen sind in zwei Sektoren und elf Richtungen untergliedert.

Istituto Tecnico Tecnologico (technologische Fachoberschule)
Agraria, Agroalimentare e Agroindustria (Agrawissenschaft, Agra- und Ernährungswissenschaft, Agraindustrie)
Informatica e Telecomunicazioni (Informatik und Telekommunikation)
Grafica e Comunicazione (Grafik und Kommunikation)
Chimica, Materiali e Biotecnologie (Chemie, Werkstoffkunde, Biotechnologie)
Sistema moda (Mode)
Trasporti e Logistica (Transport und Logistik)
Costruzioni, Ambiente e Territorio (Bauwesen, Umwelt und Raumplanung)
Meccanica, Meccatronica ed Energia (Mechanik, Mechatronik, Energie)
Elettronica ed Elettrotecnica (Elektronik und Elektrotechnik)

Istituto Tecnico Economico (wirtschaftliche Fachoberschule)
Amministrazione, Finanza e Marketing (Betriebswirtschaft)
Turismo (Tourismus)

Die fünfjährige Ausbildung an den Fachoberschulen ist, wie die an den Gymnasien, in drei Abschnitte aufgeteilt (2x zwei Jahre und 1x ein Jahr). Der erste Abschnitt gibt den Schülern ein allgemeines Basiswissen. In den folgenden zwei Abschnitten wird hingegen verstärkt das jeweilige Fachwissen gelehrt. Die Zahl der Unterrichtsstunden beträgt 32 (60 Minuten) in der Woche. Am Ende wird auch hier das esame di stato abgelegt. Die Schüler erhalten dann das diploma di istruzione tecnica. Anschließend kann man eine Universität, einen weiterführenden Kurs (corsi dell’istruzione (e formazione) tecnica superiore, ITS und IFTS) besuchen oder direkt arbeiten.

Des Weiteren gibt es die istituti professionali (Berufsschulen). Auch dieser Schultyp hat zwei Sektoren und sechs Richtungen:

settore servizi (Sektor der Dienstleistungen)
Servizi per l’enogastronomia e l’ospitalità alberghiera (Gastronomie und Hotellerie)
Servizi socio-sanitari (Soziales und Gesundheit)
Servizi commerciali (Handel)
Servizi per l’agricoltura e lo sviluppo rurale (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

settore industriale e artigianale (Sektor der Industrie und des Handwerks)
Produzioni industriali e artigianali (industrielle und handwerkliche Produktion)
Manutenzione e assistenza tecnica (technische Wartung und Assistenz)

Die Berufsschulen sind ebenfalls in drei Abschnitte (2x zwei Jahre und 1x ein Jahr) aufgeteilt. Die Wochenstundenzahl beträgt 32 (60 Minuten). Nach dem esame di stato erhält man sein diploma di istruzione professionale. Mit diesem Abschluss kann eine Universität oder ein corso dell’istruzione (e formazione) tecnica superiore (ITS und IFTS) besucht werden bzw. vor allem ins Berufsleben eingestiegen werden.

Um dieses Thema zu vertiefen empfehle ich die folgenden Links:
www.istruzione.it
archivio.pubblica.istruzione.it
www.istruzione.it/esame_di_stato

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Das italienische Schulsystem – Ein Überblick

Der Kindergarten (scuola d infanzia), der nicht obligatorisch ist, geht drei Jahre lang. (Alter: drei bis sechs Jahre). Es gibt Kindergärten, in denen die Kinder anziehen dürfen, was sie möchten, meistens müssen aber von den Eltern die typischen Kittelschürzen gekauft werden.

Die Grundschule (scuola primaria) dauert in Italien fünf Jahre. Anschließend folgt die scuola secondaria di primo grado ( Sekundarstufe I). Genaueres zu diesem ersten Schulzyklus wurde hier zusammengefaßt.

Danach können die Schüler im zweiten Schulzyklus zwischen den licei (Gymnasien), istituti tecnici (Fachoberschulen) und den istituti professionali (Berufsschulen) wählen, die jeweils nach 5 Jahren mit dem zentralen Abitur (esame di stato) abschließen. Hier Details dazu.

Um an der weiterführenden Schule mit der gewünschten Fachrichtung „studieren“ zu können, nehmen viele Schüler lange Fahrtzeiten in Kauf, denn Wenige haben das Glück, die passende Schule am eigenen Wohnort zu haben. Auf dieser Seite des Schulministeriums kann man das nächste Institut finden.

Das italienische Kultusministerium geht von einer zehnjährige „Bildungspflicht“ (von 6 bis 16 Jahren) aus (siehe Link).

Und bei Behinderung?

Für behinderte Kinder wird eine Integration in die normalen Schulen geboten, und man kann einen Hilfslehrer (insegnante di sostegno) beim Sozialamt beantragen, wenn das Kind während des Unterrichts eine eigene Betreuungsperson benötigt. Mehr zum Thema Inklusion hier.

Deutsche Schulen in Italien

In Mailand, Rom und Genua können Deutsche Schulen besucht werden, die auch gerne von italienischen Familien genutzt werden. Sie sind zwar von Deutschland aus teilfinanziert, aber als private Schulen dennoch nicht ganz billig. Im Jahr fallen je nach Schule 3.500 bis 4.500 Euro an. Beim Goethe-Institut gibt es eine Übersicht dazu.

Alternativ: Homeschooling

Die italienische Verfassung sieht keine allgemeine Schulpflicht vor, so dass Kinder zuhause unterrichtet werden können. Offizielle Zahlen gibt es wohl noch nicht, aber über 1.000 Familien sollen Ihre Kinder inzwischen von der Schule genommen oder nie dort angemeldet haben. Wer sich dafür interessiert, seine Kinder in Italien zu Hause zuhause zu unterrichten, kann hier etwas mehr zum Thema erfahren.
… und wer deutsches Lehrmaterial für seine Kinder sucht, kann es bei der „Auslandsschule“ des ILS kaufen.

Quellen:
www.istruzione.it
www.goethe.de