Steuerkolumne: Nach Italien auswandern und das deutsche Bankkonto behalten

Steuerkolumne: Nach Italien auswandern und das deutsche Bankkonto behalten

In der Redaktion von italien inside laufen immer wieder Leser-Fragen auf. Hier beantwortet Steuerberater Dr. Bernhard Resch eine Auswahl.

1) Kann ich meine deutschen Bankkonten beim Auswandern nach Italien behalten?

Natürlich können Sie Ihre deutschen Bankkonten beim Auswandern nach Italien behalten. Es ergibt sich vielmehr die Frage, ob Sie überhaupt in Italien ein Bankkonto brauchen. Auf alle Fälle ist es mit Kosten verbunden, die Sie genau abschätzen sollten. Sie können in Italien überall mit Ihrer deutschen Bankomatkarte bezahlen. Auf alle Fälle haben Sie mehr Überblick, wenn Sie nicht zu viele Bankkonten haben. Ihre wohnungsgebundenen Dienstleistungen wie Strom, ENEL-, Gas- und Wasserrechnungen können Sie sich auf Ihr Hausbank domizilieren lassen, dh. Diese Rechnungen werden auf Wunsch automatisch von Ihrem Bankkonto in Deutschland abgebucht. Nur Steuern müssen Sie mit dem Formular F24 über italienische Banken einzahlen. Deshalb biete ich diese Dienstleistung vielen Kunden an, welche die Steuern über mein Bankkonto einzahlen.

2) Was muss ich wo angeben, um alles gesetzeskonform zu machen?

Wenn Sie in Italien eine Wohnung haben, dann sind Sie zur Einzahlung der am 16. Juni und am 16. Dezember fälligen Liegenschaftssteuer IMU verpflichtet, es sei denn Sie sind in Italien ansässig und müssen die Ansässigkeit (residenza) besitzen oder erst beantragen, dann sind Sie von der Liegenschaftssteuer IMU befreit. Dann sind Sie Sie aber zur Erklärung und Versteuerung Ihres Welteinkommens und Vermögens in Italien verpflichtet, mit Ausnahme der Rente die Sie aus Deutschland bekommen und dort auch versteuern.

3) Bin ich für die Zinserträge in Deutschland oder Italien steuerpflichtig?

Wenn Sie in Italien ansässig sind, dann müssen Sie natürlich auch die Zinserträge in Italien versteuern.

4) Wie hoch sind die Steuern und wo gebe ich die an?

Die Steuersätze gehen von 5 % für Mindestunternehmen unter ganz bestimmten Voraussetzungen bis 43 % je nach Einkommen. Die Einkommen und Steuern müssen natürlich in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

5) Wenn ich die Steuern nur in Italien bezahle, muss ich meine deutsche Bank oder den deutschen Fiskus informieren?

Ihre Deutsche Bank interessiert es nicht, wo Sie Steuern bezahlen. Wenn Sie nicht mehr in Deutschland ansässig sind, dann müssen Sie natürlich in Deutschland Ihren Hauptwohnsitz abmelden.

6) Wie ist es eigentlich mit anderen Vermögenswerten wie Immobilien etc.?

Alle in Italien ansässigen Personen müssen ihr bewegliches und unbewegliches Vermögen im Ausland erklären und mit 2 Promille versteuern. Giro- und Sparkonten im Ausland werden allerdings nur mit 34,00 Euro pro Konto über 5.000,00 Euro versteuert.

Dr. Bernhard Resch hat in Wien zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften promoviert und in London, München und Zürich Betriebspraktika absolviert. Nach der Ausbildung zum Gemeindesekretär war er als Verwaltungsrat in der Autonomen Provinz Bozen und dann als Vizedirektor des Steueramtes in Bozen tätig. Seit 1981 arbeit er in Bozen als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Mediator.
Kontakt: Tel: 0039 0471266316 studio@reschbernhard.it Homepage

5 Gedanken zu „Steuerkolumne: Nach Italien auswandern und das deutsche Bankkonto behalten

  1. Hallo zusammen, das hört sich für den Südtirol ja paradisisch an: „Ihre wohnungsgebundenen Dienstleistungen wie Strom, ENEL-, Gas- und Wasserrechnungen können Sie sich auf Ihr Hausbank domizilieren lassen, dh. Diese Rechnungen werden auf Wunsch automatisch von Ihrem Bankkonto in Deutschland abgebucht.“ Leider entspricht das nicht unserer Erfahrung für Piemont und Lombardei: die ital. Versorger akzeptieren nur SEPA Konten mit IT Kennzeichnung, die Rechnungen senden sie maximal an das online-Postfach (das man ja erst mal auf Italienisch bedienen können muss…). Es scheint keine einheitliche Regelung zu geben und jeder Mitarbeiter der Hotline gibt andere Informationen….

  2. Leider bin ich, was Steuern u.ä. betrifft, etwas schwer von Begriff, deshalb meine konkrete Frage : ich würde in Italien leben im eigenen Haus von 364 € Rente plus einer Leibrente von ca. 1250 € aus Deutschland. Könnte dann Italien mein 2. Wohnsitz sein und welche Kosten kämen steuerlich auf mich zu? … Danke für eine Antwort! MfG Gisela Töpfer

    1. Hallo Gisela,
      Du ich habe Deine Frage an „unseren“ Steuerberater weitergeleitet, da bin ich nicht so ganz drin in der Materie 🙁
      Ich melde mich, wenn es Infos gibt!
      Hab ein schönes Wochenende!
      LG
      Kim

        1. Hallo Gisela,

          Dr. Resch hatte mir schon geantwortet, ich hatte es nur übersehen, es war in einem Abschnitt zur Rente aus der Schweiz versteckt – Asche über mein Haupt. Also:

          „Wenn der Steuerpflichtige nicht in Italien ansässig (residenza) ist, dann muss die Rente am Ansässigkeitsort versteuert werden. Normale Betriebsrenten aus Deutschland werden in Deutschland versteuert, auch dann wenn der Begünstigte in Italien ansässig ist.“

          Um eine Idee von der Höhe der Beträge zu bekommen müsstest Du also vor allem in Deutschland nachfragen, aber ich geb Dir hier nochmal die Kontaktdaten von Dr. Resch, vielleicht kann er Dir noch konkreter weiterhelfen, zumindest was Deine eventuelle Steuerpflicht in Italien angeht:

          Dr. Bernhard Resch, Steuerberater
          I-39100 Bozen, Mazziniplatz12
          Tel. 0039 0471 26 63 16 Fax 0039 0471 40 71 12
          http://www.reschbernhard.it

          Viele Grüße,
          Kim

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