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Die neue Regierung

... es ist schon lustig. Nun ist Renzi Ministerpräsident. Aber wenn man mal richtig nachdenkt, was die "Legalität" der letzten vier Regierungschefs in Italien angeht, war nur einer mit richtigen Wahlen gewählt worden.

Und, so schwer es einem typisch deutschen Berlusconi-Kritischem Menschen wie mir fällt, zuzugeben: Es war nicht Renzi, oder Letta oder Monti. Sondern der davor: Silvio.

Ach so. Da fällt mir ein.
Ich lebe seit sieben Jahren in Italien.
Wenn ich mich nicht irre, habe ich als Kanzler gehabt:
Silvio Berlusoni,
Romano Prodi,
Silvio Berlusconi,
Mario Monti,
Enrico Letta,
Matteo Renzi.
Fast einer pro Jahr – schätze, so einen Rekord bricht kein anderer Staat weltweit.

Über KH (10 Artikel)
Karl-Heinz ist seit einer gefühlten Ewigkeit "Grenzgänger" und pendelt zwischen München und Como hin und her.
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2 Kommentare zu Die neue Regierung

  1. Als Italienerin (aus Florenz), bin ich nach England ausgewandert, weil GB das einzige Land ist, wo man auch mit 50 was wert ist. In Deutschland ist man mit 40 schon zu alt, auch wenn man 5 Sprachen kann, in Italien ist man mit 50 einfach nicht mehr da… Ja, in Italien hatte die hälfte der Italiener SB gewählt und die anderen Ministerpräsidenten nicht. Vielleicht bedeutet es, daß viele Italiener einfach nicht wählen können. Es ist nicht das erste Mal, nicht nur für Italien, daß ein Land nicht in der Lage ist, die richtige Entscheidung zu treffen in puncto Ministerpräsidenten (Kanzler), da hätte ich ein paar Beispiele, auch in Ihrem Land… Aber, wie ich sehe,verhalten Sie sich wie ein echter Italiener: man beschwert sich gerne, man kritisiert, ohne eine Alternative vorzuschlagen und genau das war (und ist immernoch) unser größtes Problem. Nun kommt einer, der vielleicht keine so große parlamentarische Erfahrung hat, allein wegen seines Alters, und vielleicht gerade DESWEGEN noch nicht verdorben ist und will was machen. Was hat man zu verlieren, wenn man ihn die nötige Zeit lässt? Gibt es eine Alternative? Haben Sie eine? Her damit!

    • Hallo Alessandra. Stimmt, eine Alternative habe ich nicht und motze einfach (oder staune, das ist es in meinem Fall eher). Was ich interessant finde ist Ihre Aussage, dass Italiener nicht wählen können. Woran liegt das? Letztlich einfach an den Alternativen?
      Ich hoffe sehr, dass Renzi es schafft, die Probleme an der Wurzel zu packen. Aber ich weiß gar nicht, ob das realistisch ist, das irgendjemand auf politischem Wege soweit „aufräumt“, dass „das Land wieder funktioniert“. Oder kann das gehen? Wie? Was muss (zuerst) angepackt werden?

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